Vissum l „Zum Glück hat das Gewässer wieder mehr Wasser“, erzählt Uwe Hundt ruhig sitzend auf dem Beobachtungsturm des Naturlehrpfades nahe Kassuhn und nimmt sein Fernglas zur Hand. Verschiedene Wildtiere können dort beobachtet werden. Der Blick der Ehrenamtlichen des Vissumer-Naturerbevereins geht nicht nur in Richtung Naturschönheiten. Der Vize-Vorsitzender informierte an der frischen Luft von den Zielen für 2021, die alle den Naturgedanken in sich tragen.

Der Vorstand wird bis Ende des Monats Details zu den Vorhaben im Rahmen einer digitalen Sitzung festzurren. Die Corona-Krise ist die größte Unsicherheit. Sie wirkt sich auch auf Vereinsarbeit und damit den Umweltschutz aus. Gemeinsame Aktivitäten waren und sind 2020 mit Einschränkungen verbunden oder teilweise unmöglich.

Aktionstage sind wichtig

Nur wenn Regeln gelockert werden, können die wöchentlichen Treffen und Aktionstage 2021 wieder mehr in den Fokus rücken. Diese sind für Pflegemaßnahmen wichtig. Dazu gehört zum Beispiel das Pflanzen von Ersatzbäumen. Einige der Obst-Gehölze haben unter Mäusefrass sowie der Trockenheit gelitten und müssen ersetzt werden.

Wichtig ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten sowie Schulen. Auch bei diesem Punkt mussten in den vergangenen Monaten Abstriche gemacht werden. So steht die Nist-Kästen-Kontrolle aus. Bis Februar mache dies noch Sinn. Die Ehrenamtlichen hoffen, die Corona-Auflagen lassen die Aktion bis dahin zu.

Neues Leben in alten Trafohäusern

Ein weiterer Punkt, um die gesteckten Vorhaben anzugehen, sind die nötigen Finanzen. Der Verein arbeitet intensiv an den Voraussetzungen. Denn es soll 2021 wieder für die Natur investiert werden. So ist geplant, die Anzahl der alten Trafohäuser, die zu Tier-Hotels umgebaut wurden, zu erweitern. Derzeit sind es 16. Ins Blickfeld rücken nun die Konstruktionen in Zehren und in Bühne (Kalbe). Dort sollen sich ebenfalls Tiere wie Eulen niederlassen. Zudem wird ein alter Melkstand genauer unter die Lupe genommen. Dort sollen seltene Vogelarten leben, dies werde mit Fotofallen überprüft. Der genaue Standort dieses Gebäudes soll geheim bleiben, um keine Unruhe zu erzeugen. Die Zustimmung des Besitzers gibt es bereits, die Naturschützer können loslegen. Pläne gibt es auch für Mechau. Dort soll mit Unterstützung des Storchenexperten Thomas Koberstein ein Nest entstehen. Adebar könnte sich dann künftig im Bereich des Dorfplatzes niederlassen. Das Nest soll auf einem Pfahl platziert werden.

Ein weiteres breites Arbeitsfeld nimmt das Intensiveren der Bildungs- und Jugendarbeit ein. Vorausgesetzt, solche Veranstaltungen sind wieder erlaubt. Hinzu kommen jede Menge Pflegeaktionen an Vereinsprojekten wie dem Naturlehrpfad, den Obstbaumallen und auf dem Kassuhner Dorfplatz. Unterstützung soll es erneut durch das Freiwillige Ökologische Jahr geben. Erstmals wird auch eine Bundesfreiwilligendienst-Stelle geschaffen. Zu zweit gilt es dann den Vereinsmitgliedern, die natürlich weiterhin helfend zur Seite stehen werden, unter die Arme zu greifen.

Der Verein ist auch außerhalb von Vissum engagiert sowie gefragt. Immer mehr Unternehmen, die Bauprojekte umsetzen und Ausgleichsmaßnahmen schaffen, holen sich dafür den Rat der Naturfreunde. Diese unterstützen gerne, wenn es dem Umweltgedanken dient. „Wer können bei Bedarf auch an verschiedene Experten verweisen und Kontakte herstellen“, sagt Uwe Hundt abschließend.