Salzwedel l Aus dem Programm ökologische Vielfalt will der BUND das „Rückgrat“ des Grünen Bandes im Altmarkkreis finanzieren. Will heißen, Flächen in der Nähe des Naturmonuments sollen als naturnahe Lebensräume erhalten werden. „In enger Kooperation mit den dort wirtschaftenden Landwirten“, erklärt Projektleiter Dieter Leupold.

In Deutschland sind fünf Modellregionen dafür ausgewählt worden. Eine davon befindet sich im Altmarkkreis. Einbezogen werden die Landgraben-Dumme-Niederung, die Brietzer Teiche, das Cheiner Moor und das Grünland am Seebenauer Holz. Bei dem über sechs Jahre laufenden Projekt sollen verschiedene Strategien zum Tragen kommen und ausprobiert werden. In diesen direkt ans Grüne Band grenzenden Gebieten soll es eine Entwicklung geben, die sich am Naturschutz orientiert. Wobei die Landwirte eine große Rollen spielen und eng mit einbezogen werden. Für mögliche wirtschaftliche Einbußen bei der Umstellung erhalten sie einen finanziellen Ausgleich, erklärt Leupold.

Enge Zusammenarbeit

Schon bisher habe der BUND am Grünen Band mit den Bauern eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit gepflegt, beispielsweise beim Schutz der Wiesenvögel. Er rechnet daher damit, dass es auch in den neuen Projektgebieten keine Schwierigkeiten gibt.

Geplant sind unter anderem in geeigneten Bereichen eine Anhebung des Wasserstandes, das Anlegen von Kleingewässern und Randstreifen, die sanfte Übergänge zu intensiver bewirtschafteten Flächen schaffen, erklärt BUND-Biologin Ine Pentz.

Noch Lücken

Auch wenn das Lückenschluss-Programm endet, gibt es im Altmarkkreis am Naturmonument noch große bewirtschaftete Felder oder Monokulturwälder, vor allem zwischen Mechau und Arendsee sowie im Bereich Ziemendorf bis zur Kreisgrenze. Dort unterstützt die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes mit Flächenkäufen. Auch bei Dähre sind kürzlich Areale am Grünen Band erworben worden. Das Problem dabei sei, geeignete Tauschflächen für die Eigentümer zu finden. „Aber es sieht im Altmarkkreis schon ganz gut aus“, schätzt Dieter Leupold ein.

Nach dem Ausweisen des Biotopverbundes zum Naturmonument ergeben sich aus dem gesetzlichen Schutz auch Verpflichtungen für das Land, betont der Projektleiter. Dass das Grüne Band diesen Status hat, sieht er als großen Erfolg, „aber die Arbeit ist damit nicht zu Ende“, sagt Leupold. Zum einen gebe es noch Lücken, die nach und nach geschlossen werden müssen, und es gelte, die Erinnerungskultur aufzuarbeiten. Dahingehend sei das Grüne Band einmalig, indem Geschichte und Naturschutz auf einem Raum vereint sind und das sei schon eine Herausforderung.

Geld in die Hand nehmen

Beides gelte es vom Land personell und finanziell zu begleiten. So müsse zum Beispiel für den Erhalt der Wüstung Jahrsau, „Geld in die Hand“ genommen werden. Um das umzusetzen, soll ein Pflege-, Entwicklungs- und Informationsplan erstellt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Was Leupold und seine Mitstreiter unbedingt verfolgen wollen, ist der Zustand des ehemaligen Salzwedeler Stadtforstes mit seinen wertvollen Naturräumen in der Buchhorst und im Bürgerholz. Dort hatte es in den vergangenen zwei Jahren Manipulationen am Wasserstand gegeben. Zudem beklagen die Naturschützer Holzeinschläge, massive Wildfütterungen, das Entfernen von Hecken und Waldsaumgehölzen, die sich allesamt nicht mit den Auflagen des Natura-2000-Schutzstatusses vereinbaren lassen. „Wir haben inzwischen eine Fachanwältin beauftragt“, berichtet Leupold.

Noch anderthalb Jahre weitergeführt wird das Wiesenvogel-Schutz-Projekt. Es hat schon gute Erfolge für ganze Artengruppen gebracht, die in sich anderen Gegenden Deutschlands weiterhin auf dem Rückzug befinden. „Das zeigt, dass sich solche Trends auch umkehren lassen“, so Leupold. Ein Beispiel dafür ist das Braunkehlchen, der Wappenvogel des Grünen Bandes. Die Biologen und Ornithologen hoffen, dass es in diesem Jahre keine Dürre gibt, die die Feucht-Lebensräume gefährdet. Noch seien die Wasserdefizite von 2019 nicht ausgeglichen.

Mit 30 geplanten Veranstaltungen wird auch die Öffentlichkeitsarbeit wieder groß geschrieben.