Salzwedel l Es ist ein leidiges Bild. Wenn die jungen Salzwedeler den Park des Friedens und Burggarten nach Treffen wieder verlassen, gleicht das Areal häufig einer Müllhalde. Im Burggarten werden Pizzakartons in die Büsche geworfen oder Flaschen am Kriegerdenkmal und der Stadtmauer zerschmissen. Und das, obwohl Mülleimer in dem Park präsent sind. „Es ist einfach nur beschämend“, ärgert sich ein Anwohner aus der Burgstraße beim Spaziergang: „Mein Hund hat sich in den Scherben schon zweimal die Pfoten aufgeschnitten.“ Im Ergebnis stünden teure Tierarztrechnungen und ein leidendes Tier. Er gehe sowohl morgens als auch abends mit seinem Hund durch das historische Areal. „Dort sind täglich junge Leute, was mich auch nicht stört. Irgendwo müssen sie ja hin.“ Nur die Hinterlassenschaften aus Glas und Plastik gehen ihm mächtig gegen den Strich. „Hier sollte öfter mal kontrolliert werden“, mahnt er in Richtung Ordnungsamt und Polizei, schließlich gehe es auch um Umweltschutz.

Problem bekannt

Ulrich Kalmbach, Chef des Danneilmusems in Salzwedel, stört die zunehmende Vermüllung im Park des Friedens. Er hat von seinem Arbeitsplatz aus einen guten Blick auf die Anlage und die ehemalige Bühne, wenige Meter entfernt von der Propstei. Doch anstatt der schönen Grünfläche nahe dem Tierpark sieht Kalmbach vor allem eines: Müll. Becher, Plastikflaschen und Pappkartons liegen dort. „Es ärgert mich einfach, wenn ich durch den Park gehe und alles vermüllt ist“, sagt er. Dies sei schon länger ein Problem, aber besonders in den letzten Wochen sei ihm der Abfall vermehrt aufgefallen.

„Erst am Sonntag (13. September) habe ich einen ganzen Sack eingesammelt.“ Und am Donnerstag (17. September) ist die Bühne wieder vermüllt. Besonders kurios: Die Übeltäter haben ihre Namen auf die Becher geschrieben und diese dann liegen gelassen. Kevin, Jojo, Michi, Sophia.

Bilder

Eine Frage der Achtsamkeit

„Die Namen lassen eher auf junge Leute schließen“, vermutet Kalmbach. Doch unabhängig davon, wer das gewesen sei, sei es eine Frage der Achtsamkeit gegenüber der Umgebung und der Leute, die rund um den Park des Friedens wohnen würden. „Der Park ist ein schöner Ort und es ist auch vollkommen okay, wenn die Jugendlichen dort sitzen, aber ich würde mir wünschen, dass jeder den Ort so verlässt, wie er ihn vorgefunden hat“, sagt der Museum-Chef. Für einen Passanten ist die Sache klar: „Hier sind einfach zu wenig Mülleimer“, klagt er.

Andreas Köhler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Hansestadt Salzwedel, sieht darin nicht das Problem: In der Innenstadt gebe es 237 Papierkörbe, und allein im Bereich des Park des Friedens seien 2019 fünf neue dazugekommen. Auch der Stadtverwaltung sei eine Zunahme von Müll im Bereich der Bühne im Park des Friedens aufgefallen. „In den anderen Parks ist es leider auch so, dass oft Unrat in den Grünflächen hinterlassen wird.“ Die Mitarbeiter der kommunalen Dienste würden ebenso bemerken, dass der Müll oft unachtsam neben die Mülleimer geworfen werde, sodass nicht unbedingt die Anzahl der Mülleimer ein Problem darstelle.

Ordnungsamt zuständig

Neben einem Mitarbeiter, der täglich die Papierkörbe im Stadtgebiet leere und das Umfeld reinige, würde zusätzlich Quartalsweise durch Mitarbeiter der kommunalen Dienste rund zwei Wochen lang im Stadtgebiet der Müll aufgesammelt. „Aufgrund der Zunahme der Verschmutzung im Park des Friedens wird dort genauer hingesehen“, versichert der Stadtsprecher.

Die Polizei kontrolliere im Burggarten, heißt es aus dem Salzwedeler Revier. Aber: „Bei der illegalen Müllentsorgung im Bereich des Burggartens handelt es sich erfahrungsgemäß um Ordnungswidrigkeiten“, erklärt Polizistin Franziska Hotopp: „Daher ist hier in erster Linie das Ordnungsamt zuständig.“