Arendsee l „Nein, einen besonderen Film zum fünften Jugendfilmcamp wollten wir nicht drehen, denn es ist ein Weg, den wir zusammen gehen“, erklärte Initiator Norman Schenk am Sonnabend zur Eröffnung des Filmfestivals im Integrationsdorf am Arendsee. Er bestellte Grüße von Schauspieler Tom Wlaschiha („Game of Thrones“), dem Camppaten, der andere Termine hatte.

Schenk versprach über zwei Stunden Filmunterhaltung, ausgewählt aus dem Material, das innerhalb der elf Campwochen von den jugendlichen Teilnehmern gedreht, gespielt, vertont, geschnitten und in den wöchentlichen Runden präsentiert worden war.

Favorit gewinnt

Und er versprach nicht zu viel: Hunderte Gäste, die in den Saal geströmt waren, waren beeindruckt von dem Gezeigten. Zu sehen waren drei Dokumentationen, fünf Produktionen aus dem Starter-Camp der 12- bis 15-Jährigen sowie acht Kurzfilme des Classic-Camps der 16- bis 26-Jährigen.

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Die Jury traf ihre Entscheidung für die besten Streifen nach intensiver Beratung. Die Zuschauer wählten ihren Lieblingsfilm bei der Abstimmung mit Kienäpfeln, die sie in die Pappkartons mit entsprechendem Etikett warfen. Favorit war „Der Fischer und die Liebe“, der mit Witz und Spannung überraschte. Die beiden Hauptdarsteller David Leubner aus Leipzig und Margarita Dilova aus Bulgarien nahmen freudestrahlend ihre Perle in Empfang.

Sonderpreis der Ebertstiftung

Zum ersten Mal verliehen wurde der Sonderpreis der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Jugend und Politik für den besten Dokumentarfilm. Den überreichte FES-Vertreterin Yvonne Lehmann an Eva Obermüller, Marius Munk und Anna Krüger für den Streifen Weg. Erzählt wird darin von den beiden Protagonistinnen Anna Krüger (18) aus Zehren und Monika Winterberg (57) aus Arendsee, was sie in ihrer Heimat hält, warum es einen in die Ferne zieht und welche Vor- oder Nachteile im Land- oder Stadtleben liegen.

Ebenfalls zum ersten Mal gab es Ehrungen für die besten Darsteller sowie die beste Kamera. Nach drei Stunden Leinwandschau und Preisverleihung luden Campchef Norman Schenk und Vorsitzender Uwe Walter vom Filmstadtverein die Gäste ins Camp zum Feiern und Grillen ein.

600 junge Leute dabei

Mit dem grandiosen Festival ging das Jugendfilmcamp 2018 in Arendsee zu Ende. Daran hatten 608 junge Leute aus Deutschland, Österreich, Belgien, Katar, Griechenland, Bulgarien, England, Frankreich und den USA teilgenommen. Dabei entstanden in den elf Wochen 59 Filme.