Liesten l Der Vorstand des Waldbad-Vereins Liesten hat sich am Dienstag (27. Oktober) mit einem Brief an alle Stadträte gewandt. Denn während der heutigen Stadtratssitzung (Beginn um 18 Uhr im großen Saal des Kulturhauses) geht es unter Punkt 15 um die „Unterstützung der Beantragung von Fördermitteln des Bundesprogramms Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur - Projekt Waldbad Liesten“. Der Bauausschuss hatte sich dagegen ausgesprochen (wir berichteten).

Gleichstellung Stadt und Land

Der Vorstand verweist auf die angestrebte Gleichstellung von Land und Stadt, wozu für die Stadt Salzwedel auch das Waldbad Liesten gehöre. Die Bäderlandschaft von Salzwedel bestehe aus drei Bädern. Diese Aussage werde von Bürgermeisterin Sabine Blümel oft wiederholt. Mittel für das Waldbad seien in jedem Haushaltsplan der Vorjahre eingeplant gewesen. 2019 seien es 182.400 Euro gewesen, in diesem Jahr allerdings null. „Genau aus diesem Grund ist es nicht richtig, dass ein zehnprozentiger Anteil der Stadt an möglichen Fördermitteln aus dem Bundesprogramm als eine neue freiwillige Ausgabe eingestuft wird. Somit trifft der Ministerialerlass von 2004 nicht zu“, heißt es in dem Brief. Der Waldbadverein bietet an, die Zahlung des Eigenanteils der Stadt selbst zu übernehmen.

Die Stadt beziffere die Kosten der Sanierung mit 1,8 Millionen Euro. Tatsächlich entspreche die Summe nach vorliegenden Angeboten 642.000 Euro. Darin enthalten seien Becken, Pumpenhaus und Planungskosten. Der Verein halte 250.000 Euro vor. 70.000 Euro seien schriftlich aus dem Leader-Programm zugesagt. „Mit entsprechenden Fördermitteln ist eine zeitnahe Sanierung realistisch“, betont der Vorstand und fügt hinzu: „Wenn der Wille der Stadt eine Sanierung und damit der Erhalt des Waldbades ist, kann gemeinsam mit dem Verein ein schlüssiges Konzept dafür und für den laufenden Betrieb erarbeitet werden.“

Fördermittel beantragen

Dass die Stadt in die Konsolidierung müsse, sei wohl nicht zu verhindern. Dennoch wünsche sich der Vereinsvorstand von den Stadträten, „nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und das Waldbad einfach aus der Bäderlandschaft zu streichen“. Denn auch auf dem Land sei es wichtig, Schwimmen zu lernen und den Kindern Freizeitmöglichkeiten zu bieten. „Das Waldbad fehlt uns!“, so der Vorstand. Er bittet die Stadträte darum, durch das Beantragen der Fördermittel aus dem Bundesprogramm dem Liestener Waldbad eine Chance zu geben. Das sei der erste Schritt auf dem Weg zu einer Wiedereröffnung. Gemeinsam könne ein realistisches Konzept erarbeitet und umgesetzt werden.

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