Salzwedel l Bernd Mendala, Inhaber von Jeans Schapp, hatte sich den Schritt, sein Geschäft in der Salzwedeler Innenstadt zu schließen, bereits länger überlegt. Altersgründe und der Wunsch, sich zu verkleinern, hatten seinen Partner und ihn dazu bewogen, zum 31. Dezember in der Salzwedeler Burgstraße aufzuhören. Schließlich werde es immer schwieriger, etwas zu verkaufen. Hinzu kam, dass ein Käufer für das Gebäude gefunden werden konnte. „Und da haben wir zugeschnappt“, sagte Mendala gegenüber der Volksstimme.

1990 hatte er sich in der Dannenberger Innenstadt selbstständig gemacht, später kamen die Filialen in Lüchow und Salzwedel hinzu. 2015 kam das Ende für den Laden in Lüchow, jetzt trifft es zum Jahresende das Salzwedeler Pendant, in dem einschließlich Mendala 2,5 Arbeitskräfte beschäftigt waren.

Hoffnung, dass Haus nicht leer bleibt

„Am 1. Januar 2019 müssen wir raus sein“, sagt Mendala, der allerdings keine Angaben zum Käufer machen will. Indes bleibt die Hoffnung, dass in die Räume in der Burgstraße neues Leben einziehen wird und der neue Besitzer das Haus nicht leer stehen lässt.

Roland Wolter vom gleichnamigen Fachgeschäft für Elektronik, Computer und Telekommunikation sieht mehrere Faktoren, die für den weiteren Leerstand in der Salzwedeler Innenstadt verantwortlich sind. Zuerst müssten die Kunden das Angebot, das es in Salzwedel gibt, auch annehmen. „Wer morgen noch im Fachgeschäft einkaufen möchte, sollte spätestens heute dort hingehen – besser gestern schon“, zitiert er einen Werbespruch. Der Kunde allein bestimme das Angebot, ist Wolter der Diskussion überdrüssig, die immer wieder in Salzwedel geführt werde. Allerdings sieht er auch die Vermieter in der Innenstadt in Bezug auf die Mietpreise in der Pflicht, „wir sind hier ja nicht in Lüneburg“.

Roland Wolter sieht aber auch positive Ansätze und meint damit auch den neuen Salzwedel-Gutschein, der unter anderem mit der Internetpräsenz für bessere Informationen sorge. Des Weiteren nennt der Geschäftsmann die „Hansenbande“, ein Ladenlokal an der Altperverstraße, das sich mehrere Kunsthandwerker und andere Künstler teilen. „Das ist vielleicht auch für andere ein Modell, wie es funktionieren kann“, so Wolter. Er bleibt aber abschließend dabei: „Wenn ich ein Geschäft hier haben will, dann muss ich auch dort einkaufen.“

Gute Ideen als das beste Rezept

„Ich glaube daran, dass man hier noch etwas verkaufen kann, wenn man die Leute begeistert“, sagt Janet Nelius, die erst vor wenigen Tagen ihr Geschäft für Tee und Dekorationsartikel an der Neuperverstraße eröffnet hat. Sie nimmt damit auch die Händler in der Hansestadt in die Pflicht, denn: „Ich kann die Leute nur begeistern, wenn ich selbst begeistert bin.“

Nelius sieht gute Ideen als das beste Rezept gegen ausbleibende Kundschaft. „Man muss sich rühren und weiter entwickeln. Einfach anders agieren als früher“, erklärt die Geschäftsinhaberin, die einige Meter weiter noch einen Laden für Damenbekleidung betreibt. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich in Salzwedel ganz viel tut“, erklärt sie und zählt dann auch Geschäftsneugründungen auf, darunter den Naturkostladen (Natukola) an der Breiten Straße. Dieser wurde jüngst mit dem Existenzgründerpreis des Wirtschaftspreises ausgezeichnet.