Salzwedel l Raketen fliegen falsch, Knaller gehen in der Hand los, einer der berüchtigen „Polenböller“ landet zwischen Menschen – Sanitäter erleben oftmals die unangenehmeren Seiten des Silvesterabends. Wenn Alkohol und Sprengstoff aufeinander treffen, endet dies gelegentlich im Krankenhaus, landet im Polizeibericht oder beides. Zumal Alkohol und Feuerwerk schon im Alleingang zu diesem Ergebnis führen können.

Wie ein normaler Feiertag

Silvester bedeutet damit zusätzlichen Stress für Krankenhaus- und Notdienst-Mitarbeiter. Und mit 2020 endet zudem ein Jahr, das für Rettungs- oder Pflegekräfte und Mediziner ohnehin schon durch neue Belastungen geprägt wurde. Die Corona-Auflagen für den 31. Dezember sollen helfen, eben diesen Stress abzuschwächen, und die medizinischen Einrichtungen in Salzwedel scheinen sich auch schon auf ein ruhigeres Silvester einzustellen.

Das Altmark-Klinikum Salzwedel etwa wird am Silvestertag keine zusätzlichen Mitarbeiter einsetzen, schreibt Pressesprecherin Ivonne Bolle: „Es ist für unser Personal ein ganz normaler Dienst, wie sonst auch an anderen Wochenenden oder Feiertagen.“ Das Patientenaufkommen sei schon zu Silvester 2019 ziemlich gering gewesen, dort seien lediglich zwei Menschen wegen Feuerwerksverletzungen und einer Prügelei eingeliefert worden.

Auch Steffen Heidler, Rettungsdienstleiter beim Deutschen Roten Kreuz, berichtet nur von fünf Fällen im vergangenen Jahr: zwei leichte Verbrennungen, zwei Alkoholpatienten und eine schwere Verletzung. Er begrüße die Entlastung durch die neuen Regelungen, schildert er, und rechne damit, dass dieses Silvester ruhiger werde, also dass der Rettungsdienst in diesem Jahr noch seltener raus müsse.

Allerdings hebt er auch hervor, dass seine Überlegungen rein hypothetisch seien. Schließlich ließe sich dieses Jahr mit keinem anderen direkt vergleichen, noch nie wurde unter diesen Umständen in ein neues Jahr herein gefeiert. „Tendenziell ist es aber so, dass die Leute vernünftig sind“, gibt sich Steffen Heidel dennoch optimistisch.