Salzwedel l Der Tierschutzverein Salzwedel kommt nicht zur Ruhe. Nachdem Anfang November die damalige Tierheimleiterin und Vereinsvorsitzende Christine Binder kündigte und ihr Vereinsamt abgab, kehrte nach einigen personellen Querelen in den Vorjahren nur kurzzeitig so etwas wie Entspannung unter den handelnden Personen ein.

Nancy Schulz, Schatzmeisterin des Vereins, führte die Geschäfte bis Dezember kommissarisch. Auch die Leitung des Tierheims oblag ihr seit längerer Zeit. Im Dezember wurde Antje Gebert aus Peckensen zur neuen Vorsitzenden des Tierschutzvereins gewählt.

Zunächst Abmahnung

Etwa zwei Monate später bekam Tierheimleiterin Nancy Schulz nun zunächst eine Abmahnung, anschließend die Aufforderung, ihre Tätigkeit als Schatzmeisterin des Vereins niederzulegen und in dieser Woche dann die fristlose Kündigung. Alle Schreiben tragen die Unterschrift der Tierschutzvereinsvorsitzenden Antje Gebert.

Auf Nachfrage der Volksstimme bestätigte sie die Kündigung. Zu den Gründen wollte sich Gebert allerdings nicht äußern. Sie verwies auf ein „laufendes Verfahren“ und ergänzte aber, dass sie Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stendal gegen Nancy Schulz und den stellvertretenden Vorsitzenden Frank Sill erstattet habe.

Für Nancy Schulz ist das Vorgehen der Vereinsvorsitzenden „eine herbe Enttäuschung“. „Ich mache den Beruf wirklich gerne“, erklärt sie im Gespräch mit der Volksstimme und berichtet davon, dass sie nach dem Umbruch im November „zwei Monate alles allein geleitet“ habe. Helfend zur Seite gestanden haben ihr dabei der stellvertretende Vorsitzende Frank Sill und die Tierheimmitarbeiter.

Hausverbot für Tierheimgelände

Doch auch Sill bekam nun die Aufforderung, sein Vereinsamt abzugeben. Daneben erhielten Nancy Schulz und Frank Sill auch ein Hausverbot für das Tierheimgelände. Schulz berichtet aus ihrer Sicht weiter, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Antje Gebert von Beginn an kaum möglich gewesen sei. So hätte das Team bis Dezember vieles gemeinsam abgesprochen und beschlossen. Die neue Vereinsvorsitzende habe im Gegensatz dazu viele Entscheidungen allein getroffen und erst später informiert.

Nun werde der Tierheimleiterin unter anderem vorgeworfen, dass sie das Auto der Einrichtung neben Fahrten zur Arbeit und bei Bereitschaftsdiensten auch privat genutzt haben soll. Der Vorwurf soll sich auf eine Prüfung der Revisionskommission des Vereins stützen. Dieser gehören derzeit Margot Schmalle, Reinhard Hoppe und Wolfram Ringleb an. „Das stimmt nicht“, sagt Schulz mit Nachdruck und hat bereits ihrerseits mit einer Anzeige beim Arbeitsgericht in Stendal reagiert. „Ich werde um meine Posten kämpfen“, macht die Tierschützerin klar.

Dass sich das Klima unter den handelnden Personen wieder arg verschlechtert hat, berichtet auch Schriftführerin Erika Lahmann gegenüber der Volksstimme. „Wo bleibt da der Tierschutz?“, fragt die langjährig engagierte Seniorin.