Wildunfälle

Rehe 1063

Hasen/Wildkaninchen 72

Wildschweine 126

Füchse 37

Rot- und Damwild 63

Wolf 1

Sonstiges Haarwild (zum Beispiel Dachse, Waschbären, Marderhunde) 106

Salzwedel l Zehn Menschen verloren im vergangenen Jahr ihr Leben bei Verkehrsunfällen auf den Straßen des Altmarkkreises, 86 sind schwer verletzt worden, darunter sechs Kinder im Alter unter 15 Jahren.

Wie schon in den Vorjahren waren viele der Unfallfahrer zu schnell unterwegs. Eine nicht angepasste Geschwindigkeit war zu knapp einem Drittel die Ursache für Unfälle mit Toten und Schwerverletzten, erklärt Polizei-Hauptmeister Ray Siebentaler, der im Polizeirevier die Unfallstatistik erarbeitet.

Bei 18 Prozent waren andere Fehler der Fahrer die Unglücksursache. Sie im Nachhinein nachzuvollziehen, sei meist schwierig, erklärt er. Eine kurze Unaufmerksamkeit, Ablenkung – oft durch das Handy – reichten manchmal aus, dass ein Fahrer mit seinem Wagen von der Straße abkomme oder gar in den Gegenverkehr gerate. Die Kollision mit Bäumen ist zu 29 Prozent die Ursache bei Unfällen mit Schwerverletzten.

Deshalb geht der Appell des Polizisten an alle, die mit einem Fahrzeug unterwegs sind, sich ausschließlich auf den Verkehr zu konzentrieren und den Fuß lieber einmal öfter vom Gaspedal zu nehmen als einmal zu wenig. „Überhöhte Geschwindigkeit spielt eine große Rolle“, mahnt er.

In neun Prozent der Unfälle mit schwerem Ausgang spielte das Missachten der Vorfahrt eine Rolle, gefolgt von zu geringem Sicherheitsabstand und Fehlverhalten beim Abbiegen.

An nicht ganz der Hälfte aller 3288 Unfälle im vergangenen Jahr war Wild beteiligt. Insgesamt 1472 Mal stießen Fahrzeuge mit Wildtieren zusammen (siehe Infokasten). Ein Anstieg im Vergleich zu 2018 um 22,17 Prozent und ein Problem von dem der Norden Sachsen-Anhalts ganz besonders betroffen ist. „Im Landkreis Stendal ist die Situation ähnlich“, erklärt er.

Woran das liegt, soll nun gemeinsam mit der Unteren Jagdbehörde des Altmarkkreises ermittelt werden. Die Verkehrsdichte sei gleich geblieben, schätzt Siebentaler ein. Ob sich der Wildbestand erhöht hat, sei eine Frage, die mit den Fachleuten geklärt werden müsse. Es sei mit der Wildunfallkommission auszuwerten, welche Strecken besonders auffällig sind. Eine Möglichkeit wäre in diesen Bereichen das Aufstellen von Warntafeln mit Blinklichtern, die die Autofahrer deutlich auf die Gefahr hinweisen.

Besonders oft seien Wildunfälle in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung zu verzeichnen. Im Frühjahr und im Herbst komme es ebenfalls gehäuft zu Kollisionen mit Wildtieren. In diesen Zeiten sollten die Autofahrer ganz besonders vorsichtig sein und jederzeit mit Wildwechsel rechnen.

Auch einige Unfallschwerpunkte, die nach einem besonderen Punktesystem errechnet werden, haben sich herauskristallisiert. In Salzwedel sind es nach wie vor der Kreisverkehr an der Schillerstraße und die Einmündung der Brückenstraße auf die Ernst-Thälmann-Straße. Für beide sind bauliche Veränderungen notwendig und zum Teil bereits geplant.

Neu hinzugekommen ist der Knoten auf der Landesstraße 19 zwischen Bandau, Poppau und Perz. Dort soll eine Warntafel „Unfallschwerpunkt“ aufgestellt werden, nachdem die Geschwindigkeit bereits auf 70 begrenzt worden ist. Es komme dort immer wieder zu Problemen beim Beachten der Vorfahrt aus Richtung Poppau, trotz eines Stoppschilds.

Eine so genannte Unfallhäufungslinie gibt es auch zwischen Beetzendorf und Tangeln. Die Fahrbahn ist auf der Strecke in einem schlechten Zustand. Die Unfallfahrer kamen dort mit ihren Autos von der Straße ab. Zum Teil waren sie mit unangepasster Geschwindigkeit unterwegs. Es soll nun eine elektronische Zählung vorgenommen werden, die Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeit erfasst.

Zwischen Lenz und Mieste besteht ebenfalls eine Auffälligkeit, ebenfalls zwischen Gardelegen und Letzlingen am Abzweig Zienau. An letzterer Stelle war es zu mehreren Unfällen beim Überholen gekommen. Sie seien mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Fahrlässigkeit der jeweiligen Fahrer zurückzuführen. Dort soll nun beobachtet werden, ob es sich um Zufälle handelte oder einschränkende Maßnahmen erforderlich sind.

Eine positive Entwicklung gibt es an der Kreuzung der Straße zwischen Engersen und Zichtau mit der Bundesstraße 71. Dort sind 2019 gar keine Unfälle mit Verletzten mehr passiert. Die Geschwindigkeit auf der B 71 ist im Kreuzungsbereich auf 70 Stundenkilometer begrenzt worden. Zusätzlich wurden Warntafeln aufgestellt, die auf den Unfallschwerpunkt hinweisen, der nun laut Definition keiner mehr ist.