Arendsee l Barbara und Falco Pieper als Betreiber der „Wanderrast“ am Arendsee sind sauer. Fast ohne Vorwarnung und innerhalb weniger Stunden untersagte das Arendseer Ordnungsamt das Halten und Parken ihrer Gäste an der Zufahrt zwischen der L 5 und ihrem Haus. Auch den Hügel hinunter dürfen keine Autos fahren, beispielsweise mit älteren und gehbehinderten Menschen oder Rollstuhlfahrern. „Das ist ein Abbruch unseres Geschäfts und schränkt uns ein“, betonte Barbara Pieper.

Ihnen gegenüber sei die neue Regelung, nach der keine Gäste-Pkw mehr oben neben dem Zufahrtsweg parken dürfen, mit der erhöhten Waldbrandgefahr begründet worden. „Aber wir hätten auch Auflagen erfüllt, um Stellplätze zu schaffen“, so Pieper.

Es sei ihnen angedroht worden, wenn sie den Poller nach den Ver- und Entsorgungsfahrzeugen nicht sofort wieder verschließen würden, ihnen eine Schranke von der Stadt vor die Nase zu setzen.

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Weniger Gäste befürchtet

Nur von den Wanderern und Radfahrern unten auf der Seepromenade laufe der Laden nicht rund. „Viele wollen unterwegs von der Straße einen kurzen Abstecher zu uns machen“, weiß sie. Und wenn jetzt für alle generell ein Fußmarsch vom Parkplatz am Schramper Eck oder von der Mutter-Kind-Kurklinik gefordert werde, ist das realistisch gesehen mit einem Abbruch der Gästezahlen verbunden. Zumal der Weg vom Klinikplatz über Trampelpfade durch den Wald nicht für jeden gangbar wäre.

Der Sicherheitsausschuss hatte vor einer Woche bei einem Vororttermin die neue Regelung auf Vorschlag der Verwaltung festgelegt. Einzig Stadtratsmitglied Tino Zachhuber (CDU) hatte Bedenken angemeldet, dass das Parkverbot den unternehmerischen Interessen entgegenstünde und auch für die Förderung des Tourismus kontraproduktiv sei. Er forderte, das Thema noch einmal im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Energie, Tourismus und Luftkurort Arendsee GmbH auf die Tagesordnung zu setzen.

Ein zusätzliches Problem haben die Wanderrastbetreiber, weil ihr Badestrand vor der Haustür für ihre Gäste versperrt ist. Vor zwei Wochen sei dort im Flachwasser Fundmunition entdeckt worden, hieß es. Die Polizei sperrte zwar den Bereich für die Badegäste ab, aber aus dem Wasser geholt wurde der Großteil noch immer nicht.