Salzwedel l Das Salzwedeler Gymnasium trägt den Namen des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn, das Museum den des Prähistorikers Johann Friedrich Danneil. Ein üblicher Prozess, um an verdienstvolle Einwohner zu erinnern. Anders bei der Stadt- und Kreisbibliothek in der Freydank‘schen Villa. Doch das könnte sich in Zukunft ändern.

„Wir wollen die Idee des Chefreporters der Salzwedeler Volksstimme, Alexander Rekow, aufgreifen und die namenlose Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel in ‚Helga-Weyhe-Bibliothek‘ Salzwedel‘ umbenennen“, schreibt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Gabriele Gruner, im Antrag. Hierzu soll nun die Verwaltung beauftragt werden, Kontakt zum Altmarkkreis und den Erben aufzunehmen, um alle rechtlichen und formellen Fragen zu klären.

Gedenktafel am Buchladen?

Und auch einen weiteren Vorschlag machen die Fraktionsmitglieder: Sie beantragen, dass am Buchladen und Wohnhaus, der am 4. Januar verstorbenen Ehrenbürgerin Salzwedels und ältesten Buchhändlerin Deutschlands, an der Altperverstraße eine Gedenktafel angebracht wird.

„Helga Weyhe hat sich über Jahrzehnte für Literatur und deren Verbreitung eingesetzt. Genau das ist das Profil einer Bibliothek“, schreibt Gruner in der Begrünung für den Vorstoß. Helga Weyhe habe Zeit ihres Lebens mit und zwischen Büchern verbracht und sich durch ihr langes Schaffen einen überregionalen Namen gemacht. „Davon zeugt auch der Ehrenpreis des Deutschen Buchhandels und ihr Titel Ehrenbürgerin Salzwedels.“ Sie habe durch ihre mediale Präsenz bis hin zur New York Times den Namen der Stadt Salzwedel positiv besetzt in viele Ecken der Welt getragen. „Künftig soll mit dem neuen Namen der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel an Deutschlands älteste Buchhändlerin erinnert werden“, fordern die Linken.

Damit dürfte Die Linke bei vielen Salzwedelern offene Türen einrennen. Denn wie am Lesertelefon der Volksstimme seit Weyhes Tod deutlich wurde, wünschen sich nicht wenige Einwohner ein würdevolles Erinnern in ihrer Heimatstadt. Selbst die Umbenennung einer Straße kann sich ein Leser der Volksstimme vorstellen.

Nun liegt der Ball im Rathaus und bei den anderen Stadträten.