Arendsee l Veränderte Klimaverhältnisse sorgen immer wieder für eine ansteigende Waldbrandgefahr. Insbesondere Nadelwälder mit Grasbewuchs auf dem Boden können dann schnell in Flammen geraten. Damit die Arbeit der Feuerwehren noch effektiver wird, gibt es den Plan, neue Brunnen zu bohren. Katja Döge, Leiterin des Betreuungsforstamtes Nordöstliche Altmark, beriet sich mit Vertretern der Einheitsgemeinde Arendsee und der Verbandsgemeinde Seehausen. Die Forstexperten haben anhand aktueller Karten Punkte ermittelt, in denen die Löschwasserversorgung im Ernstfall nicht so zügig wie gewünscht erfolgen kann.

Das Ziel dabei: Brunnen sollten nicht weiter als zwei Kilometer auseinander liegen. Zudem müssen sie funktionieren und genug Wasser liefern. Da einige der vorhandenen Konstruktionen bereits mehrere Jahrzehnte alt sind, ist dies nicht immer der Fall. Nachholbedarf gibt es unter anderem südlich und nördlich von Arendsee. Dazu gehört der Grenzbereich zu Niedersachsen. Dort könnten dann zwei Bundesländer von einer größeren Löschwasserversorgung profitieren. Zunächst müsste die Stadt Arendsee aber einen Fördermittelantrag stellen. Das Betreuungsforstamt unterstützt dabei fachlich.

Privatbesitzer können Antrag stellen

Gespräche zwischen Forst, Stadt und Feuerwehren werden noch geführt. Denn es müssen die richtigen Standorte, die möglichst in kommunaler Hand sind, gefunden werden. Der Arendseer Stadtwald rückt in den Fokus. Förderfähig ist nicht nur das Bohren, sondern zudem der Ausbau des Weges zu den Brunnen. Anträge können auch von privaten Waldbesitzern gestellt werden. Zuständig ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten.

Für die Verbandsgemeinde Seehausen gibt es ebenfalls klare Vorstellungen. Zehn Standorte wurden ausgesucht, Anträge sollen im September gestellt und im nächsten Jahr gebohrt werden. Probleme bereitet die Tatsache, dass nicht jeder Bohrversuch zum Erfolg führt. Es gilt noch zu klären, ob in diesem Fall auch Fördermittel fließen. Denn die jeweilige Firma muss dann trotzdem bezahlt werden. Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, nannte die Gemeinde Altmärkische Höhe als einen Schwerpunkt. Es soll versucht werden, in Rathsleben einen Brunnen zu bohren. Die Altmärkische Höhe grenzt direkt an die Einheitsgemeinde Arendsee. Darum gibt es auch im Luftkurort Interesse daran, die Löschwasserversorgung in den Wäldern zu verbessern.

Peter Brandt von der Feuerwehr Seehausen wollte während des Gesprächs wissen, wer die Pflege der neuen Brunnen übernimmt. Dies ist Aufgabe der jeweiligen Feuerwehren. Arendsees Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze verwies auf ein weiteres Klima-Problem. Der Grundwasserspiegel ist gesunken. Dies führt dazu, dass auch noch relativ neue Brunnen nicht die Leistung erbringen, die sie eigentlich müssten.