Stappenbeck  l Die Bürgerinitiative (BI) „Nein zum Gärrestlager Stappenbeck“ hat offiziell Widerspruch gegen die Baugenehmigung für den Gärrestbehälter beim Altmarkkreis Salzwedel eingelegt. In ihrem Schreiben vom 15. August fordern die Stappenbecker Einwohner den Abriss des Behälters, der bereits seit Juni gebaut wird. Wie Klaus-Dieter Middelhoff von der BI informierte, haben sich 94 Einwohner des Salzwedeler Ortsteils dem Widerspruch angeschlossen.

Bauherr des Behälters ist die Tier- und Saatzucht Mahlsdorf GmbH. Das Agrarunternehmen betreibt im Nachbarort eine Biogasanlage. Die neue Düngemittelverordnung schreibt Betreibern von Biogasanlagen vor, Lagerkapazitäten für sechs Monate nachzuweisen. Der Behälter ist acht Meter hoch und hat einen Durchmesser von etwa 40 Metern. Die Kapazität beträgt 10.250 Kubikmeter. Burkhard Thiede, Geschäftsführer der Tier- und Saatzucht GmbH, hatte Anfang August in einer Einwohnerversammlung in Stappenbeck erklärt, dass unmittelbar an der Biogasanlage kein Platz für den Behälter sei.

Keine Information

Die BI begründet ihren Widerspruch damit, dass der Bau des Behälters geplant und genehmigt wurde, ohne die Anwohner zu informieren. Des Weiteren ist aus Sicht der BI der Schutz der Bevölkerung im Falle einer Havarie nicht oder nur unzureichend gewährleistet. Außerdem weisen die Stappenbecker auf potenzielle Geruchsbelästigung hin, da der Wind hauptsächlich aus Westen weht und somit der vom Behälter herrührende Geruch die gesamte Ortschaft erfassen würde.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das zu erwartende Verkehrsaufkommen, wenn der Behälter gefüllt oder geleert wird. Berechnungen der BI gehen von 13 Fahrzeugen am Tag aus, die über die „bereits jetzt marode Kreisstraße 1003“ und den schmalen Stappenbecker Weg fahren werden. Letzterer weise eine Tonnage-Begrenzung von fünf Tonnen auf. „Wurden diese Fakten übersehen oder bewusst verschwiegen?“, fragen die Bürger. Zudem kreuzen sich die Zufahrtswege zum Behälter mit denen zum Spiel- und Bolzplatz sowie zur Bushaltestelle für den Schülertransport. Für die BI ist auch nicht nachvollziehbar, dass keine Untersuchungen zum Boden und zum Grundwasser vorliegen.

Kreis-Sprecherin Birgit Eurich bestätigte die Übergabe von Widerspruch und Unterschriften an Landrat Michael Ziche. Der Widerspruch werde jetzt in den Fachbereichen geprüft. Der aktuelle Baustopp bleibt bestehen.