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JugendfilmpreisZurück in die Zukunft - Zeitsprung in Salzwedels roter Telefonzelle

Salzwedel als Filmkulisse: Mit ihrem Streifen „Die Zeitreise“ gewannen sie den Publikumspreis und den 2. Platz in der Kategorie „Newcomer“.

Von Jörg Schulze 10.12.2023, 07:30
Frida Findeisen und Aftkhar Muhamadi  präsentieren eine Szene mit der Telefonzelle, die im Film zur Zeitmaschine wird.
Frida Findeisen und Aftkhar Muhamadi präsentieren eine Szene mit der Telefonzelle, die im Film zur Zeitmaschine wird. Jörg Schulze

Salzwedel. - Was haben ein Monster, eine Telefonzelle, ein genial-verrückter Wissenschaftler und eine reale Fluchtgeschichte gemeinsam?

Es sind die Zutaten für einen Kurzfilm, einen sehr erfolgreichen Film sogar, um genau zu sein.

In „Die Zeitreise“ geht zunächst die Angst vor einem Monster um. Doch ist das geheimnisvolle Wesen wirklich eine Bedrohung? Die Antwort auf diese Frage sucht eine Gruppe junger Leute. Dank Dr. Who transportiert die feuerrote Telefonzelle an der Katharinenkirche die Entdecker durch Zeit und Raum zum Ursprungsort der scheinbaren Bedrohung. Dort entdecken die neugierigen Forscher erstaunliches: Die Wesen sind Menschen aus Fleisch und Blut, mit Hoffnungen, Wünschen und Träumen. Doch sie werden von anderen Menschen einfach als Monster gesehen und oft auch so behandelt.

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In der Kategorie „Newcomer“ des diesjährigen Wettbewerbes Jugendfilmpreis Sachsen-Anhalt belegte „Die Zeitreise“ von Frida Findeisen und Aftkhar Muhamadi Platz 2 und holte gleichzeitig den Publikumspreis. Die Projektleitung lag in den Händen von Ivonne Ritter-Findeisen. Entstanden ist der Streifen in der Filmwerkstatt OKS & Friends in den Sommerferien.

„Es war uns wichtig, die Sicht von Kindern und Jugendlichen auf die Integrationsprobleme zu zeigen, ohne den pädagogischen Zeigefinger zu erheben“, blickte die Projektleiterin zurück.

Zur internationalen Filmcrew gehörten 14 Jugendliche. Ein Teil von ihnen hatte wie Aftkhar Muhamadi selber die Flucht aus Afghanistan hinter sich und ist dabei Opfer der unmenschlichen Behandlung an den Grenzen geworden. Seine dabei selbst erstellten Fotos und Videos sind mit in den Film eingeflossen.

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„Die Arbeit hat uns allen großen Spaß gemacht, und wir haben viel voneinander gelernt“, versicherte Frida Findeisen. Besonders spannend fand die junge Salzwedelerin, dass alle anfallenden Arbeiten, vom Schauspiel über die Maske bis zur Technik, von den Jugendlichen ausgeführt wurden. Das Team des Offenen Kanals stand helfend zur Seite.

„Es war beeindruckend wie gut die Akteure bei der Sache waren, Sprachbarrieren meisterten und so zum kulturellen Austausch beitrugen“, unterstrich Ivonne Ritter-Findeisen.

Jeannette Meyer (links) und Janet Meusel nahmen den Preis für die Jugendlichen der Tagesklinik entgegen.
Jeannette Meyer (links) und Janet Meusel nahmen den Preis für die Jugendlichen der Tagesklinik entgegen.
Fotos: Jörg Schulze

Einen anderen Ansatz verfolgte „Die Mondlandung“. Unter der Leitung von Janet Meusel nahm eine Gruppe von Patienten der Tagesklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie/-psychosomatik und -psychotherapie in Salzwedel diesen Animationsfilm auf.

„Im Rahmen des sozialen Kompetenztrainings gab es das Angebot zur Mitarbeit beim Filmprojekt. Es ging um die Erschließung der kreativen Potenziale und die Förderung der Zusammenarbeit“, betonte die Teamleiterin. Das Filmprojekt selber gehört für die Tagesklinik seit fünf Jahren zum Angebot. Nun reichten die Aktiven erstmals einen Streifen zur Wertung beim Jugendfilmpreis ein. In der Kategorie „First Steps“ gelang auf Anhieb mit dem Sieg ein riesiger Erfolg.

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In dem Film geht es um den Mut der Menschen, Grenzen zu überwinden, aber auch um die Risiken. So endet die Geschichte tragisch: Von ihrem Flug ins All bringen die Raumfahrer einen gefährliches Virus mit auf die Erde. Dieses ändert den Lauf der Geschichte, aber nicht positiv.

Für die Mitarbeit beim Filmprojekt gilt allerdings das Gegenteil. Alle Mitwirkenden waren von ihrer Arbeit am Medium Film begeistert und möchten im Sommer 2024 gern wieder mit dabei sein.