Schönebeck l Ein Filetstück unter den sanierungsbedürftigen Häusern in der Schönebecker Innenstadt hat endlich den Besitzer gewechselt. Gemeint sind die beiden Wohnhäuser im Breiteweg in direkter Nachbarschaft zum Gemeindezentrum St. Jakobi. Seit mehr als 15 Jahren stehen die Häuser leer, Gerüchte ließen verlauten, dass sie für den sprichwörtlichen Apfel und ein Ei zu erwerben seien. Ganz so scheint es nun nicht gewesen zu sein. Nichtsdestotrotz hat ein Magdeburger Unternehmer die inzwischen stark in die Jahre gekommenen Häuser der Städtischen Wohnungsbau GmbH abgekauft.

Kurz vor Kauf gesehen

Der neue Besitzer ist der Volksstimme bekannt, er möchte aber vorerst nicht namentlich genannt werden. Seine zwei neuen Häuser hat er bisher nur einmal gesehen - kurz vor dem Kauf. Nun hat er mit der Volksstimme einen kleinen Rundgang durch die verfallenen, aber Charme versprühenden Häuser gemacht. Dabei zeigt sich, dass die rund 700 Quadratmeter bebaute Wohnfläche in jedem Fall Potenzial bieten.

So kann sich der neue Besitzer gut vorstellen, das kleinere Haus komplett als solches später zu vermieten. Es besteht aus zwei Etagen plus einem Dachboden, der viel Raum bietet und perfekt als Kaminzimmer oder für Selbständige als Arbeitszimmer dienen kann. Das zweite etwas größere Haus soll in mehrere Wohnungen unterteilt werden.

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Viele Ideen für Ausbau

Dabei ist der Besitzer beispielsweise vom relativ gut erhaltenen Treppengeländer begeistert. Oder der Eingangsbereich, der eben nicht Null-Acht-Fünfzehn ist, sondern durch seine Holzverkleidung schon allein ein Hingucker ist. Dem Eigentümer kommen schnell viele Ideen für den Ausbau der Häuser. Das kommt nicht von irgendwoher. Denn er führt ein eigenes Planungsbüro, kommt also aus dem Gewerbe. Das hat mehrere Vorteile. „Ich kann die planerischen Leistungen selbst erbringen und kenne gleichzeitig viele Firmen für das Handwerkliche dann“, sagt er. Die Bauarbeiter wird er bei den Häusern definitiv benötigen. So ist beispielsweise das Dach schon an der einen oder anderen Stelle undicht. Und selbst die Bäder zeugen von einer Zeit, die längst vorüber ist. Nichtsdestotrotz: „Ich bin positiv überrascht von den Gebäuden“, sagt der Besitzer bei dem Rundgang.

Ihn reizt vor allem auch der Garten auf dem Hinterhof, das weitläufige Gelände wird potenziellen Mietern nicht nur als grüne Oase dienen, sondern auch als Parkplatz. „Denn an der Straße bieten sich ja kaum Möglichkeiten“, stellt der Eigentümer fest. Eine Toreinfahrt macht das Parken auf dem Hof möglich.

Ideen gibt es also viele für die zwei Häuser, die so lange ein Dasein in der Vergessenheit fristen mussten. Der neue Besitzer möchte nun erst einmal in Ruhe ein Sanierungskonzept für die Häuser erstellen. In einem halben Jahr könnten dann schon die Bauarbeiten starten. Darauf freut sich ebenso schon Pfarrer Johannes Beyer. Da er fast täglich im Gemeindezentrum zu tun hat, musste er sich regelmäßig die im Dornröschenschlaf liegenden Häuser ansehen. Als der neue Besitzer seine Häuser in Augenschein nimmt, grüßen sich die neuen Nachbarn kurz am Gartenzaun.