Ausbildungsstart

Ausbildung: Junge Menschen in Schönebeck und dem Salzlandkreis starten ins neue Lehrjahr

Am 1. August beginnt für viele, meist junge Menschen ein komplett neuer Lebensabschnitt. Sie starten mit einer Ausbildung ins Berufsleben. Auch in Schönebeck begann mit dem ersten Arbeitstag im August das neue Ausbildungsjahr.

Von Andre Schneider 02.08.2021, 18:10
Yvonne Fleissner (von links), Linda Pillat, Grit Bornemann, Marie Göhlich, Selina Thiele, Josephine Emde und Uwe Scholz freuen sich auf gute Zusammenarbeit im Rathaus.
Yvonne Fleissner (von links), Linda Pillat, Grit Bornemann, Marie Göhlich, Selina Thiele, Josephine Emde und Uwe Scholz freuen sich auf gute Zusammenarbeit im Rathaus. Foto: Matthias Zander/Stadtverwaltung

Schönebeck - Die gute Nachricht vorab: Wer in Schönebeck eine Ausbildung machen möchte, findet auch einen Ausbildungsplatz. Die schlechte Nachricht: Vor allem im Handwerk scheinen Betriebe immer mehr Schwierigkeiten zu haben, geeignete Berufseinsteigende zu finden.

„Die Einstellung junger Menschen zum Handwerk hat sich einfach geändert“, meint Stefan Groth. Der Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsförderung weiß, dass viele Betriebe heute Schwierigkeiten haben, geeignete Azubis zu finden. „Handwerk hat ein angestaubtes Image“, meint er. Dennoch gibt es an der einen oder anderen Stelle Erfolge.

Viele Plätze unbesetzt

So wie bei Schirm in der Geschwister-Scholl-Straße. Bei einem der größten Arbeitgeber Schönebecks fingen gestern zwar drei junge Menschen ihre berufliche Laufbahn an, doch viele Plätze bleiben unbesetzt. Das erklärte Personalrefe- rentin Carolin Seiler auf Volksstimme-Nachfrage. „Wir könnten locker noch vier bis fünf Chemikanten ausbilden“, sagt Seiler. Auch Chemielaborant oder Elektriker könnten junge Menschen noch lernen. Zu lange sollten Interessenten aber nicht mehr warten. Schließlich ginge der Berufsschulunterricht schon in Kürze los. „Man sollte nicht zu viel verpassen“, so Seiler. Etwa bis September würde man bei Schirm noch einstellen.

Bewerber sollten sich aber laut der Personalreferentin bewusst machen, was der Job eigentlich bedeutet. Schichtdienste und die Arbeit mit Chemikalien würden anstehen. „Wir hatten einige Bewerber, die sich nicht richtig informiert haben“, berichtet Seiler aus Vorstellungsgesprächen. Als sehr positiv bewertet sie, dass sich immer mehr Frauen für die Prozesse und die Berufe innerhalb der Produktion interessieren würden.

Zukunftssichere Jobs

Praktische Handwerksberufe stehen auch bei den Stadtwerken Schönebeck hoch im Kurs, genauso wie die Ausbildung im Büro. Im Oktober, so Marketing-Mitarbeiterin Henriette Herrmann, würde eine duale Studentin bei den Stadtwerken beginnen. Bewerbungen für das kommende Aus-bildungsjahr seien bis zum 30. November möglich. Die Berufe: Anlagenmechaniker für Rohrsystemtechnik, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekaufmann.

„Eine Ausbildung bei uns als kommunales Energieversorgungsunternehmen ist eine Ausbildung mit Perspektive“, verspricht Herrmann. „Denn alle Versorgungsnetze – egal ob für Strom, Gas, Wasser oder Wärme – müssen permanent gewartet, instandgesetzt, weiterentwickelt und wirtschaftlich betrieben werden.“ Mit einer Ausbildung bei den Stadtwerken Schönebeck, so vermeldet das Unternehmen, sei die berufliche Zukunft jedenfalls gesichert. Übernahmen seien möglich.

16 Azubis beim Kreis

Mit der Bewerbungsphase zufrieden zeigte sich Alexandra Mallasch. Sie kümmert sich um die Auszubildenden bei der Wohnungsbaugenossenschaft SWB in Schönebeck. Zwei Azubis traten gestern ihren Dienst an – insgesamt lernen vier Immobilienkaufleute bei der Genossenschaft. „Wir bilden aus, um übernehmen zu können“, so Mallasch.

Der Salzlandkreis bildet nach eigenen Angaben regelmäßig Verwaltungsfachangestellte aus. Aktuell absolvieren 16 Auszubildende ihre Ausbildung in der Kreisverwaltung. Der theoretische Teil der Ausbildung erfolgt für sie an der Berufsschule „Eike von Repgow“ in Magdeburg, der praktische Teil in den verschiedenen Fachdiensten des Salzlandkreises. Gleichzeitig würde die Ausbildung in Form von dienstbegleitendem Unterricht mit Lehrgängen am Studieninstitut für kommunale Verwaltung des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg unterstützt.

Für die Ausbildung ab September 2022 beginnt die nächste Bewerbungsphase demnächst. Voraussetzung ist ein erweiterter Realschulabschluss oder das Abitur. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.salzlandkreis.de veröffentlicht. Zum Monatsende schlossen fünf Nachwuchskräfte ihre Ausbildung im Kreishaus ab. Die meisten von ihnen traten bereits gestern ein reguläres Beschäftigungsverhältnis an, lediglich Tobias Sonntag aus Hettstedt verließ die Verwaltung, um ein Studium aufzunehmen. „Wir brauchen gute, engagierte Leute in allen Bereichen“, freute sich Landrat Markus Bauer (SPD) über die neuen Kräfte.

Neue Azubis in Schönebeck

Zum Ausbildungsbeginn bei der Stadtverwaltung Schönebeck begrüßte der stellvertretende Oberbürgermeister Uwe Scholz Josephine Emde aus Magdeburg, Marie Göhlich aus Schönebeck und Linda Pillat aus Schönebeck. Er und die Kollegen wünschten alles Gute für die dreijährige Ausbildungszeit als Verwaltungsfachangestellte der Fachrichtung Kommunalverwaltung. „Ich empfehle Ihnen während dieser anspruchsvollen aber spannenden Ausbildung immer zuzuhören und viel Wissen aufzunehmen“, so Scholz. Am ersten Tag erhielten die Auszubildenden wichtige Informationen zum Ausbildungsverlauf und der Organisationsstruktur der Stadtverwaltung. Die Stadt Schönebeck bildet Verwaltungsfachangestellte in der Fachrichtung Kommunalverwaltung aus und „bereitet junge Menschen auf ein erfolgreiches Arbeitsleben vor“, wie Stadtpressesprecher Matthias Zander in einer Mitteilung erklärte.

Einen kompletten Überblick über den Ausbildungsmarkt im Salzlandkreis liefert die Bundesagentur für Arbeit mit Sitz in Bernburg. Auszubildende für den Kaufmann oder die Kauffrau in der Tourismusbranche sowie im Einzelhandel würden laut einer Pressemitteilung in Schönebeck und dem Umland gesucht. Und wer gern den Kaufmann oder die Kauffrau im Büromanagement oder Industriekaufmann/-frau erlernen möchte, habe in Staßfurt und dem Umland sehr gute Chancen.

Bis Ferienende veröffentlicht die Bundesagentur auf der Internetseite freie Ausbildungsstellen.

Landrat Markus Bauer gratuliert den frisch gebackenen Absolventen der Kreisverwaltung. Ausbildung, sagt der Landrat, hat im Kreishaus einen wichtigen Stellenwert.
Landrat Markus Bauer gratuliert den frisch gebackenen Absolventen der Kreisverwaltung. Ausbildung, sagt der Landrat, hat im Kreishaus einen wichtigen Stellenwert.
Foto: Pressestelle Salzlandkreis