Bad Salzelmen l Ein Blick ins Heft und schon ist es um die Tennisfreunde und Oberbürgermeister Bert Knoblauch geschehen. Da wird zitiert, gelacht und über die Geschichte der Tennisanlage im Salzer Kurpark gesprochen. „Unsere ist schließlich eine der ältesten Anlagen Mitteldeutschlands“, bemerkt der 77-jährige Harding Panter stolz.

Dass der Tennissport bereits seit 1895 im Kurpark in Bad Salzelmen ausgeübt wurde und wie sich dieser über die Jahre entwickelt hat, das wollten die Vereinsmitglieder der Abteilung Tennis, die heute zu Union 1861 Schönebeck gehört, in ihrer Chronik festhalten.

Roter Faden durch Vereinsgeschichte

„Wir haben zum einen ein Zeitdokument geschaffen“, erklärt Harding Panter. Außerdem ziehe sich die Eigeninitiative, in der auch die Chronik entstanden ist, wie ein roter Faden durch ihre Vereinsgeschichte.

„Harding Panter war es, der uns mobilisiert hat“, sagt einer der Autoren Dieter Meier. Er selbst bezeichnet sich als Quereinsteiger im Tennissport. „Ich habe erst viele anderen Sportarten ausgeübt, doch als ‚alter Salzer‘ habe ich dann doch den Weg zum Tennissport gefunden“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Da er im Vorstand des Vereins jahrelang die Pressearbeit gemacht habe, lag es nahe, dass er als Autor für die Chronik mitgeschrieben habe.

Das 48 Seiten umfassende Erinnerungsstück thematisiert die Anfänge des Tennissports in Schönebeck, den Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg, den Tennissport zu DDR-Zeiten, die Zeit im vereinten Deutschland und das heutige Vereinsleben. Bereichert wurden die jeweiligen Kapitel durch alte Aufnahmen, Zeitungsartikel, aber auch Anekdoten. Doch so lustig und liebevoll das Heft von den Tennisfreunden erstellt wurde, sind diese auch auf Kritik gefasst. „Vor allem die Zeit um den 2. Weltkrieg haben wir zu wenig belichtet“, zeigt sich Harding Panter selbstkritisch. Trotzdem hoffen er und seine Kollegen, durch die Chronik Optimismus zu verbreiten und Lust auf den Sport zu machen. „Nachwuchsmangel ist natürlich auch bei uns ein großes Thema“, so Abteilungsleiter Tennis Steffen Behm. So sei die Tennis-Abteilung mit etwa 80 Mitgliedern zwar gut aufgestellt, jedoch verlieren sie regelmäßig die jungen Mitglieder, wenn diese zum Studium oder für den Job die Stadt verlassen.

Chronik und Sanierung in Eigenregie

Übrigens haben Harding Panter, Dieter Meier und vier weitere Vereinsmitglieder nicht nur die Chronik in Eigeninitiative produziert. Sie erinnern zudem an Sanierungsprojekte rund um die Tennisanlage. „Die Mauer haben wir beispielsweise vollständig aus eigenen Mitteln saniert“, sagt Panter und zeigt auf das heute tadellose Mauerwerk auf dem Tennisplatz. In diesem Jahr stehe die Sanierung der Terasse an.

Oberbürgermeister Bert Knoblauch würdigte den Einsatz der Sportler für ihren Verein. „Bemerkenswert“, sagte er, „was man mit so viel Engagement erreichen kann.“

Die Chronik ist im Vereinsheim im Kurpark sowie in der Salzer Stadtinformation für einen Unkostenbeitrag von 10 Euro erhältlich.