Gut zu wissen

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Er bevorzugt warm-trockenes Klima und breitet sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Die Brennhaare der Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus.

Für den Menschen gefährlich sind die Haare ab dem dritten Larvenstadiums, also im Mai und Juni. Die 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab, sind mit Widerhaken versehen und enthalten das Eiweiß Thaumetopoein. Mit jedem Entwicklungsstadium steigt die Gesundheitsgefährdung. Eine Altraupe besitzt bis zu 700 000 (fast unsichtbare) Brennhaare. Diese dringen leicht in Haut und Schleimhaut ein und setzen sich dort mit ihren Häkchen fest.

Generell dürfen Raupen und ihre Nester auf keinen Fall berührt werden. Schon bei Verdacht eines Gifthaarkontakts können folgende Maßnahmen helfen:

• Kleidung umgehend im Freien wechseln, Schuhe nass reinigen

• Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen

• Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen

• Gründliche Dusche mit Haarreinigung und Augenspülung mit Wasser

• Betroffene Gegenstände wie das Auto waschen und saugen

• Bei Hautreaktionen sollte der Hausarzt aufgesucht werden, bei Atemnot sofort den Rettungsdienst alarmieren.

Quelle: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

Schönebeck l Der Eichenprozessionsspinner ist im Sängerwäldchen Ranies sowie im Friedwald in Elbenau gesichtet worden. Die Raupen sind aufgrund ihrer Brennhaare gefährlich, die allergische Reaktionen auslösen können. Eine Bekämpfung ist nur möglich durch Absaugen der Nestes. So ist es vergangene Woche auf dem Areal der Freien Waldschule passiert, wo sie auch an Eichen zu finden waren.

„Derzeit ist ein weiterer Befall in Elbenau bekannt – auf privater Fläche, privat gemeldet“, teilte Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz am Montag auf Nachfrage mit. Ist ein Baum auf privatem Grundstück befallen, entscheide jeder selbst, ob er einen Schädlingsbekämpfer bestelle, so Wannewitz.

Punktuell sei auch der Weinberg Pretzien befallen, der betroffene Bereich mitten im Wald sei abgesperrt worden.

Betroffene Bäume

Mitarbeiter der Verwaltung seien im Stadtgebiet unterwegs, um befallene Bäume zu erfassen. Stellen Schönebecker an Bäumen einen Befall fest, können sie das beim städtischen Grünflächen- und Ordnungsamt unter Telefon (03928) 71 04 26 und 71 03 02 melden. Die Bekämpfung der gefährlichen Raupen werde von der Verwaltung koordiniert.

Zum Befall im Sängerwäldchen Ranies teilt der Stadtsprecher mit, dass dieser sich weiterhin in Bearbeitung befinde, ein Ende der Maßnahmen könne noch nicht benannt werden. „Dort, wo sich Wohnbebauung in der Nähe befindet, werden die Nester in einem vertretbaren Maße durch eine Spezialfirma abgesaugt.“ Sprich: Aufwand, Nutzen der Maßnahme und Relevanz des Standortes werden miteinander abgewogen. „Es liegt auf der Hand, dass demnach nicht ganze Wälder komplett abgesaugt werden können.“ Er betont: Es bestehe keine Bekämpfungspflicht.