Das hat Tradition: die Versteigerung. Diese moderiert Thomas Wünsch, Vize-Vorsitzender des Fördervereins, und nennt die Dinge gleich beim Namen: „Wir wollen Ihnen das Geld aus der Tasche locken, wenn noch nicht geschehen.“ Und die Gäste sind in Bieter-Laune. So sichert sich Philharmonie-Geschäftsführerin Anita Bader für 170 Euro die Gelegenheit, das Orchester für 30 Minuten zu dirigieren. Einen 45-minütigen Chanson-Abend mit Chefdirigent Jan Michael Horstmann ersteigert sich Karl-Erich Schmale – für 350 Euro. Ein zweistündiger Schauspielunterricht mit Katharina Kutil, Regisseurin des Schönebecker Operettensommers (SOS), geht an einen Gast, der namentlich nicht genannt werden möchte – für 270 Euro. Premiere feiert eine Verlosung: 150 Lose – 50 Preise. Den Hauptpreis zieht René Wölfer: ein Wochenende mit einem Elektro- oder Hybrid-Auto. Die Erlöse aus beiden Aktionen kommen dem Förderverein und somit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie zugute. (hl)***

SOS-Regisseurin Katharina Kutil begeistert als „Dornröschen“. Im Nachthemd und mit rosa Socken. Sie erzählt von ihrem vermeintlichen Prinzen, der sie an Rosenmontag wach geküsst hat. Dabei ist er kein richtiger Prinz, sondern Heinz-Dieter ...(hl)

Bad Salzelmen l Festliche Robe trifft auf festliche Atmosphäre, Mitteldeutsche Kammerphilharmonie trifft auf gut 100 Gäste in Tanzlaune. Das Auditorium des Innovations- und Gründerzentrums Inno-Life in Bad Salzelmen verwandelt sich am Sonnabendabend, 22. Februar 2020, in einen Ballsaal. Für die "Philharmonische Phreunde Pheier".

Cornelia Ribbentrop ist anzumerken, dass die Anspannung nach und nach von ihr fällt. Die stellvertretende Vorsitzende des veranstaltenden Fördervereins der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie hat den organisatorischen Hut für den Abend auf. Zum Ball-Team gehören auch Katharina Kutil, Regisseurin des Schönebecker Operettensommers, und Orchestersprecher Mike Schmidt. In diesem Jahr steht der Ball unter dem Motto „Heut‘ geh’n wir ins Maxim!“. In Anlehnung an den kommenden Operettensommer. Dann steht „Die lustige Witwe“ auf dem Programm. „Ein Vorgeschmack sozusagen. Damit wir wissen, auf was wir uns freuen können“, so Cornelia Ribbentrop. Die Federführung für den Abend hat sie gern übernommen. „So können wir unsere Mitteldeutsche Kammerphilharmonie unterstützen und eine gehobene Tanzveranstaltung bieten. Immerhin haben wir ein wunderbares Orchester und einen tollen Raum“, schwärmt sie und merkt augenzwinkernd noch an: „Und wann können wir Frauen sonst unsere schönen Kleider anziehen?“

Den Ball besuchen auch Gäste aus Schönebecks Freundschaftsstadt Trakai (Litauen). Fördervereinsvorsitzende Petra Grimm-Benne begrüßt sie mit den Worten: „Ich würde mich freuen, wenn wir heute Abend bei Ihnen so viel Eindruck schinden, dass das Orchester bei Ihnen ein Gastkonzert geben könnte.“ Vielleicht sogar gleich in diesem Sommer, denn Trakai ist litauische Kulturhauptstadt 2020. Und ja, der Funke sei übergesprungen, sagt Algirdas Šochas im Namen der Delegation um Trakais Landrätin Edita Rudeliene auf Nachfrage der Volksstimme. „Ein wunderschönes Programm. Das Orchester hat so schön gespielt, tolle Stücke. Wir sind begeistert.“ Ein Konzert in Trakai könne man sich gut vorstellen. Vielleicht unter freiem Himmel am See ...

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Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie ist durch seine Konzerte bekannt und beliebt. Doch auch der Orchesterball verdiene es, an mehreren Orten erlebt zu werden, findet Petra Grimm-Benne. So könne man das Orchester auf eine andere Art und Weise kennenlernen und ins Herz schließen. „Wir würden den Ball gern ausdehnen und ihn auch in anderen Orten unseres Landkreises anbieten. Das hat unsere Region verdient. Gern auch über den Kreis hinaus, weil das Orchester bekommt ja eine Menge Landesförderung.“ Philharmonie-Geschäftsführerin Anita Bader stehe dem jedenfalls offen gegenüber.