Bad Salzelmen l Der 17. Juni 1890 ging in die Geschichtsbücher Bad Salzelmens ein. Dass die örtliche Feuerwehr auch 130 Jahre nach der Gründung in den damaligen Ortsteilen Groß- und Alt-Salze noch immer Bestand haben würde, hätte damals wohl niemand gedacht.

Was allerdings schon vor 130 Jahren klar war: Der Löschzug war ein echtes Erfolgsmodell. Nicht nur, dass der Kreispolizeiverordnung zur Gründung von Feuerwehren Rechnung getragen wurde, auch das gesellschaftliche Engagement konnte sich sehen lassen. Alle Einwohner, die gewillt waren, im Löschzug zu helfen, waren zur Gründung willkommen. Und es kamen einige!

Tandler: Bewundere die Motivation

Das hat sich bis heute gehalten. „Ich bewundere, wie motiviert die Truppe ist“, sagt Uwe Tandler. In der Aussage des Wehrleiters steckt ein bisschen Wehmut. Das hat mehrere, aktuelle Gründe.

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Zum einen fallen die Feierlichkeiten zum 130-jährigen Bestehen des Löschzuges auf Grund der Corona-Pandemie deutlich kleiner aus als geplant. Der traditionelle Tag der offenen Tür entfällt. „Den haben wir genutzt, um Mitglieder zu werben und uns zu präsentieren“, erklärt Tandlers Stellvertreterin Sabine Zander. Außerdem findet das Stiftungsfest im Oktober in einem anderen Rahmen statt. Lediglich geladene Gäste werden anwesend sein. Die Feierlichkeiten finden in einer Gaststätte statt. „Im Gerätehaus hätten wir die Hygiene-Maßnahmen nicht umsetzen können“, meint Zander. Etwas anderes liegt den Kameraden und der Wehrleitung allerdings viel schwerer im Magen.

"Am Solegraben" besteht Handlungsbedarf

Das Gerätehaus an der Straße „Am Solegraben“ ist unlängst in die Jahre gekommen. Das große Feuerwehrauto passt nur knapp in die Toreinfahrt. Umkleide- und Büroräume sind für den Bedarf der Kameraden viel zu klein. „Veränderungen sind hier überfällig“, sagt Uwe Tandler.

Eigentlich steht ein Anbau in Richtung des Parkplatzes am hinteren Gebäudeteil schon in den Startlöchern. Doch in der Nachbarschaft regt sich seit Jahren deutlicher Widerstand gegen die Pläne von Feuerwehr und Stadtverwaltung.

Notwendiger Anbau

Das Jubiläum, es wäre ein guter Zeitpunkt, um genauer auf die Situation in Bad Salzelmen zu schauen. „Wir wünschen uns, dass sich die Stadträte mehr für unsere Anliegen interessieren“, so Tandler. „Es wäre schön, wenn sie zwischendurch auf uns schauen würden.“ So langsam schlage die Stimmung bei der Wehr „in Wut um“. Schließlich warten die Feuerwehrkameraden schon seit 2001 auf ihren dringend notwendigen Anbau hinter dem Gerätehaus in Richtung des Parkplatzes.

Vor allem der Standort der Wache wurde dabei in der Vergangenheit immer wieder zum Streitpunkt mit den übrigen Anliegern. Den Ort der Wache erachtet Sabine Zander allerdings als gut: „Viele Kameraden können mit dem Fahrrad zur Wache fahren.“ Damit würden kurze Wege zu den Einsätzen und wöchentlichen Ausbildungsabenden dienstags gewährleistet.