Calbe l Das Problem ist altbekannt. Beim gemeinschaftlichen Bau des Garagenkomplexes zu DDR-Zeiten wurde auf die Errichtung einer korrekten Entwässerung verzichtet. Das Regenwasser der Garagendächer versickert im Boden, solange bis dieser gesättigt ist und das Wasser an der Oberfläche stehen bleibt. Das dauert nicht sonderlich lange, da die Garagen in einem Drängwasserproblemgebiet liegen. Von einem „garagenumrahmten Teich“ schrieb die Volksstimme im Jahr 2013, von einer „Seenlandschaft“ zwei Jahre später. Die Stadt lagerte 2015 rund 200 Tonnen Schotter ein, um städtischen Problemgebieten wie diesen zu Leibe zu rücken. Ende 2015 gab es einen Vor-Ort-Termin mit Bürgermeister Sven Hause, Frank Berger vom Baubetriebshof und Garagenpächtern, darunter Klaus Breitenstein. Im ersten Quartal dieses Jahres sollte es losgehen mit einer Beschotterung. „Nichts ist seitdem passiert“, konstatiert Klaus Breitenstein.

„Zur nachhaltigen Verbesserung des Außenbereiches im Garagenkomplex Salzer Straße beabsichtigt die Stadt diesen abschnittsweise in Jahresscheiben in Stand zu setzen“, sagt Bürgermeister Sven Hause auf Nachfrage. Auf einer Länge von 57 Metern werde ein drei Meter breiter Pflasterstreifen entstehen, der mit Schotter an den Randbereichen angeschüttet wird. Mit den Tiefbauarbeiten im ersten Abschnitt nach der Einfahrt rechts (Garagennummern 322 bis 329 und 255 bis 266) soll in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen am Montag, 14. November, begonnen werden. Wenn alles planmäßig läuft, sind die Arbeiten in etwa drei Wochen abgeschlossen.

Einschränkungen

Während der Bauphase gibt es auch Einschränkungen. Das heißt, dass eine Zufahrt in die Garagen mit den oben angeführten Nummern in dieser Zeit nicht möglich sein wird. „Hierüber haben wir die Garagennutzer frühzeitig mit einem Aushang an den Garagen in Kenntnis gesetzt“, sagt Hause. Eine Beteiligung der Garagenbesitzer an den Kosten für die Tiefbauarbeiten ist nicht vorgesehen. Grundsätzlich sollen mit dieser nachhaltigen Form der Instandsetzung, so Hause, in allen städtischen Garagenkomplexen schrittweise die Zustände normalisiert werden. „Dadurch wollen wir Zufriedenheit bei den Pächter erzielen sowie den äußeren Eindruck der Anlagen optimieren. Die jeweiligen Teilschritte werden frühzeitig angekündigt und erfolgen über mehrere Jahre in Abhängigkeit unserer finanziellen Möglichkeiten“, kündigt Hause an.

Unter Nachhaltigkeit versteht Klaus Breitenstein allerdings etwas anderes. „Aufbringen von Schotter und Pflaster allein bringt nichts“, meint der Pächter. Er plädiert für einen Drainageschlauch, also eine unterirdische Entwässerung mit Hilfe eines gelochten Rohres. Mit einer zusätzlichen Entwässerungsrinne kalkuliert er für die Errichtung nach Rücksprache mit Fachleuten rund 12.000 Euro. Geld, das die große Pächtergemeinschaft aufbringen müsste und das anteilig für den Einzelnen durchaus vertretbar wäre. Das Problem: Die Gemeinschaft hat sich untereinander über die Jahre aus den Augen verloren und müsste sich zuvor wieder zusammenfinden, um gemeinsam agieren zu können. Darauf setzt Klaus Breitenstein.