Sachbeschädigung

Graffiti: Vandalismus am Hummelberg-Turm in Schönebeck

Großflächige Graffiti-Schmierereien und herausgerissene Steine: Das ist das Bilanz nach einem Fall von Vandalismus am Hummelberg-Turm in Schönebeck.

Von Jan Dahms
Graffiti-Schmierereien Hummelberg-Turm
Graffiti-Schmierereien Hummelberg-Turm Jan Dahms

Schönebeck

Der Hummelberg-Turm steht kurz vor der Sanierung, jetzt müssen aber erst einmal die Vandalismus-Schäden beseitigt werden.

Großflächige Graffiti-Schmierereien sind an der Außenwand des Turms zu sehen, und herausgerissene Steine des Bauwerks liegen im Inneren des Turms. Dort sind augenscheinlich ebenfalls kleinere Schmierereien dazu gekommen.

Zeugen gesucht

„Es ist keine schöne Sache“ sagt Friedrich Allendorff zu dem Vandalismus-Vorfall. Er ist Mitglied im Förderverein Hummelberg-Turm. Er und seine Mitstreiter im Verein haben sich ein großes Ziel gesetzt. Das im Jahr 1870 errichtete Bauwerk soll nach altem Vorbild wiederaufgebaut werden. Derzeit ist der Turm eine Ruine, die praktisch nur noch aus den Mauern besteht.

Die Schäden am Hummelberg-Turm wurden am 28. April von Vereinsmitgliedern entdeckt und zur Anzeige gebracht. Das bestätigt auch das Polizeirevier Salzlandkreis. Es werde weiterhin nach Zeugen zu dem Vorfall gesucht. Friedrich Allendorff ist von der Zerstörung überrascht, denn bisher habe es keine Probleme mit Vandalismus vor Ort gegeben.

Mehrkosten entstehen

Durch die Beseitigung der Graffitis und der herausgerissenen Steine werden jetzt Mehrkosten entstehen. Wie hoch diese ausfallen, kann Allendorff allerdings nach derzeitigem Stand noch nicht beziffern. „Wir hoffen aber, dass das im Rahmen bleibt“, sagt er.

Damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen, wollen die Mitglieder des Fördervereins den Hummelberg-Turm künftig intensiver schützen. So sind um den Turm mehr Absperrungen angedacht. Die Vereinsmitglieder werden in Zukunft ebenfalls häufiger abends um das Bauwerk spazieren gehen.

Mehr Polizei gewünscht

Friedrich Allendorff hofft aber auch auf die Polizei. Er wünsche sich, dass der Ort jetzt öfter als bisher kontrolliert werde. Trotz des Vandalismus-Vorfalls am Hummelberg-Turm ist Allendorff zuversichtlich. „Wir wollen uns unseren Optimismus aber nicht streitig machen“. Sein Förderverein Hummelberg-Turm hat sich dort tatsächlich in den nächsten Jahren viel vorgenommen.

Das umfangreiche Sanierungsprojekt zum Wiederaufbau des Turms auf dem Hummelberg sieht noch in diesem Jahr eine Notsicherung und die Installation von zwei Dächern vor. So soll der Schutz von oben gewährleistet werden, denn momentan ist der Turm noch komplett offen.

Als Sternenwarte genutzt

Das 13 Meter hohe Turmgebäude wurde damals als Sommerhaus erreichtet. Nach Angaben des Fördervereins diente der Turm später als Aussichtspunkt und wurde in den Jahren von 1956 bis 1961 als Sternwarte genutzt.

Das Sanierungsprojekt zum Wiederaufbau nach altem Vorbild finanziert sich durch Spenden. Mitte März diesen Jahres sind dem Förderverein für ihr Vorhaben zwei hohe Spendensummen von insgesamt 6000 Euro von den Stadtwerken Schönebeck und der Salzlandsparkasse übergeben worden.

Sanierung bis 2023

Das große Ziel bleibt aber trotz des Vandalismus-Vorfalls bestehen. Nach Angaben von Friedrich Allendorff solle bis zum Jahr 2023 die umfangreiche Sanierung des Hummelberg-Turms abgeschlossen sein.

Der fertige Turm wäre dann ein Geschenk für die Stadt – pünktlich zum 800. Geburtstag von Schönebeck. Dann solle, laut Allendorff, das etwa 150 Jahre alte Bauwerk auf dem Hummelberg wieder im alten Glanz erstrahlen. Als eine Art Leutturm und als weiteres markantes Gebäude der Stadt.