Barby l „Als ich die Schnüre der Bauarbeiter gesehen habe, wusste ich schon, das wird nichts“, sagt Klaus Rust. Er wohnt gleich am Anfang der Hansastraße. Außerdem befindet sich sein Grundstück mit am tiefsten Punkt. Nach den Plänen legten die Bauarbeiter anschließend den Fußweg mit der Einfahrt zu seinem Grundstück an. Nur passten die Höhen nicht, beschreibt er. Die Einfahrt lag gut 13 Zentimeter höher als seine gepflasterte Zufahrt. Mit dem eigenen Auto wäre er dann kaum noch von seinem Grundstück gekommen, versichert er.

Die ganze Auffahrt hätte er anpassen müssen. Dabei hatte er kurz vor dem Start der Bauarbeiten den Zaun neu machen lassen. An der Höhe seiner Einfahrt habe er nichts verändert. Er wunderte sich, warum die Straße nun so viel höher liegen sollte.

Erst habe es lange Diskussionen mit den Bauarbeitern gegeben. Doch die Bauarbeiter, sagt er, könnten dafür nicht verantwortlich gemacht werden. „Die haben ihren Plan, nach dem sie das Bauen müssen.“ Also suchte er Kontakt zum Rathaus. Doch so einfach, schildert er, seien die Fachleute nicht davon zu überzeugen gewesen, dass eine Einfahrt mit einem Absatz von 13 Zentimeter nicht zumutbar sei. Erst nachdem er mit einem Anwalt gedroht habe, erzählt er, habe die Kommune eingelenkt, die Einfahrt an seinem Grundstück wieder abreißen lassen.

An den Rändern der Einfahrt ist die ursprüngliche Höhe der Bauplanung noch zu sehen. Dort machen die Borde einen Sprung nach oben.

Nun zwei kleinere Absätze

Anstatt eines großes Absatzes gibt es nun zwei kleinere Absätze. „Das geht und ist befahrbar“, schätzt Klaus Rust ein. Denn noch immer ist die Straße höher als früher. Als schlechteste Straße in der ganzen Stadt sieht Frank-Holger Heinrich vom Bauamt die Hansastraße. Er habe schon vor dem grundhaften Ausbau mit dem Gedanken gespielt, ein Schild aufzustellen. Nur mit Geländewagen befahrbar, sagt er. „Die Straße war in einem unmöglichen Zustand.“

Für den Planer sei den Straßenbau eine Herausforderung gewesen, schätzt er ein. Generell sei die Stadt bestrebt, mit den Bürgern eine vernünftige Lösung beim Ausbau zu finden.

Durch den Hochwasserschaden habe sich für Barby die Möglichkeit ergeben, die Straße neu zu machen. Der grundhafte Ausbau ist für die Kommune als auch für die Anwohner eine Chance. Nachdem sich Klaus Rust in der Verwaltung gemeldet hatte, habe die Stadt nach einer Lösung gesucht, versichert er. Er selbst habe die Lösung noch gesehen, sagte er weiter. Erst an diesem Donnerstag wolle er vor Ort die Sache anschauen.

Juristischer Streit abgewendet

Mit dem Umbau der Einfahrt hat die Stadtverwaltung offenbar einen juristischen Streit abgewendet. „Ich war bereit zu einer Klage, wenn das so geblieben wäre“, sagt Klaus Rust. Er habe von der Stadt einen verbindlichen Bescheid über die Herstellung der Einfahrt gefordert. Dagegen wäre er dann vor dem Verwaltungsgericht vorgegangen, war seine Strategie.

Dass es dazu nun nicht mehr kommen muss, erleichtert ihn. Dennoch sieht er den ganzen Ärger als unbegründet an. Die Kommune hätte mehr mit den Anwohnern sprechen können und vielleicht auch müssen, ist er der Meinung.

Im Rathaus betrachtet Frank-Holger Heinrich die Angelegenheit distanzierter. Es sei vielleicht „leicht fahrlässig“, formuliert er, vor dem Straßenbau auch noch einen neuen Zaun an seinem Grundstück zu setzen. Doch hätte der Anwohner damit rechnen müssen, dass die ausgebaute Straße um mehr als zehn Zentimeter höher gelegt wird? Wohl kaum, meint Klaus Rust. Die Herausforderung für den Planer bestehe ja gerade darin, die Straße an die vorhandene Bebauung anzupassen.