Schönebeck l Charme versprühen die Gebäude, Bahnhofstraße 2 und 3, nicht. Alt, heruntergekommen, schmucklos - es gibt einige negativbesetzte Adjektive, die auf diese Häuser zutreffen. Für Alexander Elsner werden diese Worte bald der Vergangenheit angehören. Denn er hat beide Häuser auf einem Schlag der Städtischen Wohnungsbau GmbH abgekauft und will sie sanieren.

Der Schönebecker macht das nicht zum ersten Mal. Angefangen hat sein „Hobby“ 2008, als er ein alleinstehendes Gebäude in der Paulstraße gekauft und saniert hat. Heute wohnt er mit seiner Familie darin. 2012 folgte der zweite Schlag mit einem Haus in der Schillerstraße. Es ist komplett vermietet. Anfang 2015 hat er das Haus in der Bahnhofstraße 21 erworben. „Hier laufen die Sanierungsarbeiten, so dass sie wahrscheinlich Ende 2016 abgeschlossen werden“, sagt der 36-Jährige.

Während die eine Baustelle also noch aktuell ist, lässt sich der Mann, der beruflich übrigens nicht aus dem Baugewerbe kommt - sondern IT Dienstleistung anbietet, erneut zu einem Kauf verleiten. „Zu günstigen Konditionen“, umschreibt es Alexander Elsner, hat er die Häuser, Bahnhofstraße 2 und 3, erworben. Sie bieten insgesamt eine Wohnfläche von rund 800 Quadratmeter.

Bilder

Häuser stehen mehr als 15 Jahre leer

Seit mehr als 15 Jahren stehen die Gebäude leer. So wie sich der Eindruck von außen bietet, so wird er auch von innen bestätigt. „Hier ist einiges zu tun“, sagt der Unternehmer bei einem Rundgang. Türen sind kaputt, der Boden ist uneben, ganz zu schweigen von den Bädern und der maroden Versorgungsleitungen - das Ausmaß wird sich wohl erst bei den Bauarbeiten zeigen.

Akut war die Lage beim Dach. Das war nämlich undicht. „Da habe ich eine provisorische Notsicherung durchführen müssen“, berichtet er. Der Schaden der Regentropfen, die sich stetig durch die Ebenen „gefressen“ haben, ist an jenen Stellen gut sichtbar, wo die Decke inzwischen durchgebrochen ist.

Das schreckt Alexander Elsner nicht ab. Er sieht in den Gebäuden eher das Schöne, das Verlockende, vielleicht auch das Geheimnisvolle. Da wäre zum Beispiel die Fassade. Jetzt ist sie grau, langweilig, man könnte sie sogar als hässlich bezeichnen. Das war nicht immer so. Die zwei Gebäude, die aus dem Jahr 1902 stammen, wurden einst mit Stuckelementen geschmückt. Eine historische Bauzeichnung zeugt davon. Sie nimmt Alexander Elsner als Grundlage für den neuen Charme, die seine Häuser nach ihrer Aufhübsch-Kur versprühen sollen. Allzu schnell ist damit nicht zu rechnen. „Erst einmal möchte ich das andere Gebäude fertigstellen“, sagt er mit Blick auf seinen Zeitplan.

Balkons werden zum Hof hin angebracht

Nichtsdestotrotz stehen seine Grundrisse bereits fest. Demnach sollen sechs 4-Raum-Wohnungen à zirka 100 Quadratmeter und zwei 3-Raum-Wohnungen à zirka 85 Quadratmeter entstehen. Der Haupteingang sowie Parkmöglichkeiten werden sich seinem Plan nach auf der Rückseite befinden. Zum Hof hin sollen ebenso Balkons angebracht werden. Das kann der Bauherr bei diesen Gebäuden selbst entscheiden, da „zum Glück“ kein Denkmalschutz auf den Häusern liegt. Denn die Erfahrung, wie das Einmischen des Denkmalschutzes eine Sanierung erschweren kann, macht er derzeit bei seinem laufenden Projekt.

Für die Sanierung der Häuser, Bahnhofstraße 2 und 3, rechnet Alexander Elsner, mit einer Investition von rund 640 000 Euro.