Tierschutz

Helena John (11) und Samira Xhaka aus Schönebeck sammeln Spenden für Koala-Bären in Australien und unterstützen den WWF

Zwei Mädchen errichten einen Verkaufsstand in Bad Salzelmen

Juno Russek (von links), Pet Stodtmeister, Helena John und Samira Xhaka besetzten am Wochenende einen Verkaufsstand. Sie sammelten für eine bedrohte Tierart.
Juno Russek (von links), Pet Stodtmeister, Helena John und Samira Xhaka besetzten am Wochenende einen Verkaufsstand. Sie sammelten für eine bedrohte Tierart. Foto: Andre Schneider

Bad Salzelmen - „Die sind einfach niedlich“, sagt Helena John. Die 11-jährige Schönebeckerin ist von Koala-Bären einfach angetan. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass am Wochenende einige Bad Salzelmener und Besucher über die seltenen Tiere aufgeklärt wurden – und eine Spende entrichteten.

„Die haben eigentlich ein total entspanntes Leben“, sagt die Schülerin. „Sie schlafen 20 Stunden und vier fressen sie.“ Ganz so entspannt wie es auf den ersten Blick scheint, ist das Leben der australischen Tiere dann aber doch nicht, weiß das Mädchen. Über ein Zeitschriften-Abo einer Naturschutzorganisation hat sie sich über die Tiere informiert. Das Schicksal der baumbewohnenden Beutelsäuger hängt nämlich maßgeblich von deren Schutz ab. Und für den will sich Helena John einsetzen.

Taten statt Reden

Anstatt nur darüber zu reden, ließ Helena John Taten folgen. Sie holte sich ihre Freundin Samira Xhaka mit ins Boot. Um für die tierischen Bewohner des australischen Kontinentes Spenden zu sammeln, stellten sich die beiden Mädchen in die Küche. Einen ganzen Nachmittag lang buken die jungen Schönebeckerinnen Kuchen und Kekse, um diese tags darauf zu verkaufen. Außerdem boten sie Limonade an. Eine Art kleiner Flohmarkt mit aussortierten Spielzeugen und Büchern komplettierte ihr Angebot.

„Am Anfang haben die meisten Leuten nur gespendet“, berichtete Samira Xhaka am Sonnabend Mittag. Ein paar Stunden haben die Mädchen zu diesem Zeitpunkt schon an ihrem Stand gegenüber dem Schwanenteich in Bad Salzelmen verbracht. Etwa 60 Euro sind bis dahin schon zusammen gekommen.

Umfassend informiert

In der Zwischenzeit haben sich zwei Mitstreiter zu den Mädchen gesellt und unterstützten so gut es geht. Piet Stodtmeister und Juno Russek halfen ebenfalls beim Verkauf.

Die Mädchen haben sich umfassend über die Tiere informiert. Zum einen lasen sie Artikel in den Zeitschriften der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF). Zum anderen informierten sie sich über Serien. „In Australien braucht man sogar eine Genehmigung, wenn einen Koala hochnehmen will“, hat Helena John bei ihren Recherchen und der Informationsbeschaffung erfahren.

Das Geld soll schlussendlich auch der Organisation WWF zu Gute kommen. Die international tätige Organisation ruft unter anderem auf seinen Internetpräsenzen zu Spenden auf. Vor allem sollen von dem Geld Samen gekauft werden, um den Koalas die nötige Nahrungsgrundlage wieder zu geben. Diese wurde nämlich zu großen Teilen bei den letzten Buschfeuern zerstört. Das passt auch zu einem Plakat, das die jungen Schönebecker Aktivisten an ihrem Stand aufstellten.

Schwierige Lage für Koalas

Seit Oktober 2019 sind mehr als 12 Millionen Hektar Land verbrannt, das ist etwa die gesamte Waldfläche Deutschlands.

Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens 1,25 Milliarden Tiere in den Feuern starben.

Einzelne Arten wurden in so großen Bereichen ihrer Verbreitungsgebiete von den Flammen betroffen, dass sie schon jetzt als ausgestorben gelten müssen. Doch der volle Umfang der Auswirkungen ist noch nicht absehbar. Lebensräume sollen erhalten bleiben.

Mit dem Plan „Towards two Billion Trees“ will der WWF bis zum Jahr 2030 zwei Milliarden Bäume retten und pflanzen, um verlorene Lebensräume zurückzugewinnen – für Koalas und zahllose andere australische Tier- und Pflanzen-Arten.

Die Organisation will mit den Spenden unter anderem die Arbeit von Spezialisten vor Ort unterstützen. Außerdem sollen Samen gekauft werden. Quelle: WWF

Kommentar von Andre Schneider

Im Grunde genommen ist egal, wofür sich junge Menschen und Kinder engagieren. Das kann ein Verein vor Ort sein, ein Projekt für benachteiligte Menschen oder eben den Tierschutz. Wichtig ist dabei nur, dass sich der Nachwuchs mit dem Thema auseinander setzt. Lösungen und Ideen sind dabei schnell entwickelt und lassen sich ohne allzu großen Aufwand umsetzten. Das zeigt das Beispiel vom Wochenende. Daran sollten sich manche Erwachsene durchaus eine Scheibe abschneiden. Anstatt in den Mecker-Status zu verfallen und die Verantwortung auf andere Entscheidungsträger abzuwälzen, sollte der ein oder andere etwas mehr für das Gemeinwohl tun. Egal wie, egal wo. Die Kinder machen es vor. Weiter so!