Gottesgnaden l Die Luft flimmert in der Mittagsglut, Staubwolken wirbeln auf, schwere Baumaschinen dröhnen: Zwischen Saalefähre und der nördlichen Spitze Gottesgnadens wird derzeit emsig gebaggert und planiert.

Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) lässt den rund 430 Meter langen Altdeich sanieren, da er nicht mehr heutigen Anforderungen an die Deichgeometrie und den Aufbau genügt. Auch hatten sich während des Hochwassers 2013 einige Schwachstellen gezeigt.

Bei der Sanierung sei angestrebt, die bestehende Deichführung weitestgehend beizubehalten, heißt es vom Cottbusser Ingenieurbüro. Die Deichkrone werde nach Fertigstellung einen Meter über dem sogenannten Bemessungshochwasser von 2013 liegen.

Neues Schöpfwerk

„Der gesamte Deich wird inklusive Deichschutzstreifen auf der Land- und Wasserseite eine Breite von mehr als 30 Metern haben“, erklärt Alexander Sondej, Projektleiter beim LHW-Flussbereich Schönebeck. Auf der Landseite des Deichs wird ein asphaltierter Kontrollweg entstehen. Im Zuge der Sanierung werde zudem im eigentlichen Deichkörper der Neubau eines leistungsfähigeren Schöpfwerkes realisiert. „Das alte Schöpfwerk wird erst zurückgebaut, wenn das neue seine Arbeit aufnehmen kann“, erklärt Sondej. Das soll nach jetzigem Planungsstand Anfang 2017 der Fall sein. „Den sanierten Deichabschnitt wollen wir noch in diesem Jahr fertig bekommen“, blickt Sondej voraus.

Doch auch wenn es derzeit keineswegs danach aussieht: Was passiert eigentlich, wenn sich während der Bauarbeiten plötzlich ein erneutes Saalehochwasser ankündigt und eine Überflutung Gottesgnadens droht? „Das von uns beauftragte Unternehmen hat für diesen Fall Schutzmaßnahmen zu treffen“, erklärt Sondej. Das sei bereits in den Ausschreibungsformalitäten festgeschrieben worden.

Mehr Wasser bei Erdarbeiten

Doch derzeit haben die Gottesgnadener aufgrund der Trockenheit und des hohen Staubaufkommens andere Herausforderungen zu bewältigen. „Ich wurde schon gefragt, ob es auf der Saaleinsel wegen der dunklen Wolken brennen würde“, bestätigt Sondej. Er habe veranlasst, dass bei den Erdarbeiten mehr mit Wasser gesprüht werde.

Der 430 Meter lange Abschnitt bildet die erste von weiteren Einzelmaßnahmen einer Eindeichung.