Schönebeck l Etwas lag in der Luft in der Ernst-Thälmann-Straße in Schönebeck: Dieselgeruch, wie er nur von Traktoren ausgehen kann. Kein Wunder, schließlich hatte das Team des hiesigen Industriemuseums zum 4. Schönebecker Traktorentreffen geladen. Den mit Abstand weitesten Anfahrtsweg hatte an diesem Tag Steven Grothe. Er tuckerte mit seinem ZT 303 D von Ramsin - das ist ein Ortsteil von Sandersdorf-Brehna im Landkreis Anhalt-Bitterfeld - über die Landstraßen.

Natürlich gehörte er mit seinem Gefährt aus dem Jahr 1984 - produziert im Schönebecker Traktorenwerk - zur Treckerparade. Die stellte Lutz Schmidt dem Publikum vor. Er ließ die Fahrer aber auch selbst berichten, wie sie zu ihren Traktoren gekommen sind, welche technischen Daten sie aufweisen und wie lange die Rekonstruktion gedauert hat. Steven Grothe bastelte übrigens ein Jahr an seinem ZT.

Peter Gens aus Schönebeck rettete seinen ZT 300 vor dem Verschrotten. Der gelernte Landwirt schwört auf diesen Druckluft unterstützen Traktor. Er sei einfach glücklich, ihn noch immer fahren zu dürfen. Sein Modell stammt aus dem Jahr 1967.

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Traktor und Oldtimer

Einige der präsentierten Traktoren sind heute noch im Gebrauch. Allerdings nicht der Kleinschlepper, Baujahr 1976, den Mario Brauer vorstellte. Alles in allem hat er zweieinhalb Jahre gebraucht, um aus einem salopp gesagt Schrotthaufen wieder ein fahrtüchtiges Modell zu machen. Die Schlepper sind einst sogar nach Kuba exportiert worden.

Die Gäste konnten ihren Lieblingstrecker wählen. Dabei wurden unter allen Teilnehmern kleine Preise verlost, zum Beispiel eine voluminöse Energiesparlampe und ein Gutschein für eine Torte.

Wer mochte, konnte sich Filme über das Traktorenwerk ansehen. Darunter war auch ein Dokumentarfilm, den der einstige ARD-Korrespondent Dirk Sager 1976 vor Ort gedreht hatte.

Am Industriemuseum wird derzeit umfangreich gebaut. So muss etwa das Dach der Halle erneuert werden. Für den Verein Imuset ist das eine Aufgabe von großer Herausforderung.