Schwarz l Wohin mit den Resten und dem Abfall nach der Wohnungsrenovierung? Mit dieser Frage plagen sich jährlich viele Menschen herum. Und längst nicht alle finden die darauf eingängigste Antwort. Anstatt den Müll über eine der Kleinannahmestellen abzugeben, landet immer wieder Hausmüll in der Landschaft. Einen besonders dreisten Fall hatten Bürger den Mitarbeitern der Stadtverwaltung kürzlich über die Internetseite gemeldet. In der Nähe der Ortschaft Schwarz entdeckten Spaziergänger einen Haufen blauer Säcke. Mehr als ein Dutzend Müllsäcke hatten dort Unbekannte in der Landschaft entsorgt. Bei genauer Betrachtung, sagt der Calbenser Bürgermeister Sven Hause, habe es sich offensichtlich um die Reste einer Wohnungsrenovierung gehandelt. Alte Tapeten habe er in den Säcken identifizieren können. Der Fall sei allerdings ein krasses Beispiel dafür, wie Entsorgung nicht gehe. Immer wieder tauchen pünktlich vor dem jährlichen Frühjahrsputz Müllberge in der Landschaft auf. Seinen Müll einfach in die Landschaft fahren und dort abladen, sei einfach unverantwortlich, meint der Bürgermeister.

Die Stadt meldet den Müllfund an den Landkreis weiter. Dieser bleibt in diesem Fall weiter für die Entsorgung zuständig. Rund um Calbe und den Ortschaften gibt es seit Jahren mehrere Stellen, an denen immer wieder der Müll in der Landschaft landet. Die Chancen, dabei entdeckt zu werden, sind gering. Wenn nicht gerade Schreiben in dem Müll auftauchen, aus denen geschlussfolgert werden kann, aus welchem Haushalt die Säcke stammen, bleibt eine Suche oft ergebnislos.

Hinweise aus der Bevölkerung

Um den Tätern auf die Spur zu kommen müssten vielmehr die Bürger selbst Hinweise an die Behörden geben, wünscht sich Sven Hause. Die öffentliche Verwaltung sei auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, sagte er. Kürzlich erregte erst ein Fall auf dem Calbenser Friedhof den Groll des Rathauschefs. Hier hatte ein Unbekannter seine ausrangierten Rasengittersteine einfach entsorgt und zu einem Schutthaufen des Bauhofes gelegt. Auch hier fehlen der Stadt Hinweise zu dem Täter.

Mit entsprechenden Hinweisen könne die Verwaltung reagieren. Deshalb sei es wichtig, dass die Bürger auch verdächtige Beobachtungen melden, wünscht sich Sven Hause. Auf dem Friedhof werde die Verwaltung nun reagieren und den bislang frei zugänglichen Teil, den der Bauhof nutze, einzäunen. Damit soll in Zukunft verhindert werden, dass Bürger ihren Müll auf dem Friedhof abladen.

In jedem Fall zahlt die Allgemeinheit für die Entsorgung der illegal entsorgten Müllsäcke und Betonsteine. In der Gebührenkalkulation ist der Aufwand für die Entsorgung des in der Landschaft entsorgten Abfalls regelmäßig enthalten. Damit zahlt jeder Haushalt diesen Posten mit der Rechnung für die ordnungsgemäße Müllentsorgung mit. Größer als die Kosten ist aber in der Regel der Ärger über die Dreistigkeit einiger Bürger, sagt Sven Hause. Er könne das Verhalten nicht verstehen.