Pretzien l Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft hat am Donnerstag vier neue Windenwagen auf dem Pretziener Wehr getestet. „Wir haben die Winden jetzt zum ersten Mal einem großen Praxistest unterworfen“, sagte der zuständige Bereichsleiter Ronald Günter.

Denn wie vor 140 Jahren müssen die 324 Gußtafeln in dem Bauwerk, die die Wassermassen zurückhalten, bei einer Flutung der Elbauen einzeln per Hand entfernt werden. Dafür setzen die Mitarbeiter der Behörde insgesamt vier Winden ein, die auf einem Wagen über Schienen auf dem Wehr bewegt werde. Betrieben werden sie von einem Elektromotor.

Alte Windenwagen bleiben

„Wegen der Auflagen des Arbeitsschutzes konnten die historischen Winden nicht mehr verwendet werden“, sagte Bereichsleiter Günter. Mehrere offen liegende Zahnräder stellten eine mögliche Gefahrenquelle dar. „Wir haben die alten Windenwagen allerdings noch und könnten sie zur Not weiter einsetzen“, sagte Günter. Insgesamt sei der Test der neuen Wagen gut verlaufen. „Das Pretziener Wehr ist ein Technikdenkmal, das immer noch voll funktionsfähig ist.“

Die neuen Wagen wurden extra für das Pretziener angefertigt und können bis zu einer Tonne heben. Die Wehrtafeln wiegen allerdings jeweils nur 100 Kilogramm.

Wehr in sechs Stunden geöffnet

Bei einem Hochwasser brauchen 20 Mitarbeiter rund sechs Stunden, um das Wehr zu öffnen. Dann können mehr als 1000 Kubikmeter Wasser in der Minute über die Elbauen geleitet werden. Das entspricht etwa einem Drittel des Elbwasser. Zuletzt wurde das Wehr beim Hochwasser 2013 geöffnet.