Wann zur Blutspende und wann nicht?

Personen, die innerhalb der letzten vier Wochen mit dem Coronavirus infiziert oder daran erkrankt waren, werden gebeten, nicht zur Blutspende zu erscheinen.

Gleiches gilt für Menschen, die in den letzten zwei Wochen Kontakt mit einer Corona-Virus-infizierten Person hatten und/oder unter Quarantäne stehen oder sich kürzlich in einem Riskiogebiet aufgehalten haben.

Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten oder andere Anzeichen einer Atemwegserkrankung innerhalb der letzten vier Wochen sollte nicht gespendet werden.

Zudem gilt wie immer: Spender sollten sich fit und gesund fühlen.

Quelle: DRK

Schönebeck/Staßfurt l Derzeit kann der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) noch alle Klinikanfragen zu Blutpräparaten bedienen. Die Versorgungslage sei aber dennoch kritisch, teilt DRK-Sprecher Markus Baulke auf Anfrage der Volksstimme mit. Die Puffer beziehungsweise Vorräte sind allmählich aufgebraucht. Die Ursache dafür sind zu wenige Spenden.

Das liegt aber nicht daran, dass die Spendebereitschaft der Bürger gesunken ist. Ganz im Gegenteil: „Der Terminschnitt hat sich von 52,3 Blutspendern auf 56,6 verbessert. Die Spendebereitschaft der Bevölkerung ist gut. Der Rückgang im Spendeaufkommen liegt ursächlich in den fehlenden Terminangeboten“, sagt Baulke.

Schwierige Suche

Das Problem ist nämlich, dass das DRK im Zuge der Corona-Pandemie damit zu kämpfen hat, die Termine zu ermöglichen. Gerade die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gestaltet sich dabei als schwierig. Das DRK erhält in letzter Zeit ungewohnt viele Absagen von den Trägern von Schulen oder Gemeinderäumen. Allein im Salzlandkreis sind laut Baulke in den vergangenen Wochen fünf Spendelokale weg gebrochen. „Bis auf einen Termin in der Berufsbildenden Schule in Schönebeck konnten wir für die geplanten Termine mit viel Aufwand alternative Spendelokale organisieren“, sagt Markus Baulke.

Dennoch ist die Zahl der Spendetermine gesunken. Insgesamt hat das DRK im hiesigen Kreis seit Beginn der Pandemie 59 Spendetermine organisiert. 3341 Menschen haben diese Gelegeneheiten genutzt, um Blut zu spenden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 69 Termine, zu denen 3610 Spender erschienen. Das verdeutlicht: Die Spender sind da, doch die Möglichkeiten, um Blut zu spenden, sind zurückgegangen.

Sicherheit gewährleistet

Dabei sind die Spendetermine nicht von den aktuellen Beschränkungen betroffen, betont der DRK-Sprecher. Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten die Gesundheit von Spendern und Helfern. So stehen am Eingang Desinfektionsstationen für die Hände bereit. Bereits beim Betreten des Blutspendelokals wird die Temperatur jedes Spendewilligen gemessen.

Darüber hinaus tragen Helfer sowie Blutspender einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem wird auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände geachtet. Das gilt auch für die Spendeliegen, die mit Abstand zueinander aufgebaut werden. Eine andere Maßnahme zum Schutz aller Beteiligten ist es, die Aufenthaltszeit gering zu halten. Daher gibt es beispielsweise derzeit keine Büffets für die Spender, sondern Lunchpakete. Diese können mitgenommen und zu einem späteren Zeitpunkt genossen werden.

Geringe Haltbarkeit

Dass die Blutspenden immens wichtig sind, ist wohl unbestritten. Wie wichtig eine regelmäßige Versorgung mit frischem Blut ist, wird deutlich, wenn man verinnerlicht, dass die Haltbarkeit einiger Blutpräparate sehr gering ist. Die sogenannten Blutplättchen (Thrombozyten) sind laut DRK beispielsweise nur vier Tage einsetzbar. Ein anderes Konzentrat, das die roten Blutkörperchen enthält, kann höchstens bis zu 49 Tage eingesetzt werden. Lediglich Blutplasma ist länger lagerfähig.

Gebraucht wird das Blut natürlich vor allem in Krankenhäusern, beispielsweise im Ameos Klinikum in Schönebeck. Im vergangenen Jahr wurden hier 1446 Blutkonserven verwendet, wie Ameos-Sprecherin Kathrin Adam mitteilt. „Blutkonserven werden bei allen Patienten mit einer Blutarmut (Anämie) verwendet. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine chronische Anämie durch eine Krankheit oder auch um eine akute Verletzung handeln“, so Adam. Zudem werden laut dem Deutschen Roten Kreuz etwa 20 Prozent aller Blutpräparate bei der Behandlung von Krebspatienten eingesetzt.

Appell an Bevölkerung

„Weitere Rückgänge im Spendeaufkommen können zu einem Engpass in der Blutversorgung führen. Deshalb bitten wir die Bevölkerung, die angebotenen Blutspendetermine zu besuchen und weiterhin Blut zu spenden“, sagt Markus Baulke.

Der nächste Blutspendetermin in Schönebeck findet am Donnerstag, 3. Dezember, in der Grundschule Dr. Tolberg, Wilhelm-Hellge-Straße 77, statt. Von 15 Uhr bis 19 Uhr kann gespendet werden. In Staßfurt kann bereits am Montag, 30. November, in der Grundschule Nord (Straße der Solidarität 42) Blut gespendet werden - und zwar von 16 Uhr bis 19.30 Uhr.