Zum Defa-Film „Mit mir nicht, Madam!“

Der Journalist Thomas Ahrens (Rolf Römer) reist mit einer DDR-Delegation zu einem internationalen Modefestival. Doch statt seiner Arbeit nachgehen zu können, muss er sich im wahrsten Sinne des Wortes seiner Haut erwehren. Er wird mit einem französischen Couturier verwechselt, den die Konkurrenz aus London und Rom auszuschalten versucht. Clever entzieht er sich den Angriffen, gibt auch dem mit raffinierten Mitteln vorgehenden weiblichen Boss der englischen „Gentlemen“, Miss Mabel (Annekathrin Bürger), das Nachsehen. Und er verliebt sich auch noch in die von ihrem Onkel (Manfred Krug) scharf bewachte hübsche Eva (Krystyna Mikolajewska), die er am Ende sogar bekommt. Den echten Franzosen, der inzwischen enttarnt wurde, rettet er zu guter Letzt vor seinen finsteren Konkurrenten.

Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992

Schönebeck l Die Bormann-Modenschauen im Industriemuseum (Imuset) Schönebeck sind mittlerweile gesetzt. Wer zum „Roten Dior des Ostens“ eine Verbindung hat, lässt sich die Veranstaltung nicht entgegen. Doch „nur“ seine Stücke zu zeigen, reicht der Imuset-Frauengruppe, die dafür die Fäden in der Hand hält, nicht aus. Da muss es immer ein i-Tüpfelchen oben drauf geben.

Auf der Suche nach der diesjährigen Besonderheit ist Anita Balk fündig geworden. „Vor 50 Jahren ist erstmals der Defa-Film ,Mit mir nicht, Madam!‘ in den Kinos der DDR gezeigt worden. Ein Modefilm. Und Heinz Bormann hat die Modelle für die Mannequins im Film entworfen und gefertigt“, erzählt sie. Ein Anlass, wie für die Modenschau am Freitag, 21. Juni, bestellt.

Geplaudert über Heinz Bormann

Und das Motto „Modenplaudereien“ wird seinem Namen mehr als gerecht werden. Denn neben Mode von Bormann – vorgeführt von Nadja Gröschner und Models der „Feuerwache Magdeburg“ – gibt es Filmszenen aus „Mit mir nicht, Madam!“ zu sehen. Dazu wird geplaudert über Heinz Bormann, seine Mode, den Film ... „Mit einem Stargast“, kündigt Anita Balk an. Die Frauengruppe konnte Annekathrin Bürger für diesen Abend gewinnen. Die heute 82-Jährige hat in dem Streifen einen weiblichen Gangsterboss gespielt.

Bilder

Wie es dazu gekommen ist? „Zuerst hatten wir ja nur den Film. Und dann haben wir überlegt, was wir damit machen. Eine komplette Vorführung würde zu viel Geld kosten, das wurde also wieder verworfen. Dann habe ich überlegt, wer alles mitspielt – und bin auf Annekathrin Bürger gekommen“, erzählt Anita Balk. Sie habe recherchiert und gesehen, dass sie noch sehr aktiv ist. Sie habe bei ihrer Berliner Agentur angerufen, das Industriemuseum vorgestellt und erklärt, um was es bei der Modenschau geht. Man habe interessiert zugehört und wollte sich nach zwei Wochen zurückmelden, da Annekathrin Bürger noch unterwegs gewesen sei. Die Agentur rief zurück und sagte im Namen der Schauspielerin zu. Das ist Anfang des Jahres gewesen.

Im März nutzte die Imuset-Frauengruppe dann die Gunst der Stunde und besuchte im Theater „Grüne Zitadelle“ in Magdeburg eine Lesung mit der Künstlerin. „Wir kamen ins Gespräch. Das war sehr angenehm“, erinnert sich Anita Balk und freut sich seitdem umso mehr auf die Modenschau. Vor vier Wochen hätten sie noch einmal telefoniert und alles festgemacht. Sie komme gern, habe sie gesagt. Sie könne jedoch nicht allzu lange in Schönebeck bleiben, da sie am anderen Tag in Senftenberg sein muss. „Dort hat einst ihre Karriere begonnen und sie soll sich am Sonnabend ins goldene Buch der Stadt eintragen“, erklärt Anita Balk.

... und es gibt noch mehr zu sehen

Wer die Imuset-Veranstaltungen kennt, weiß, dass es neben den Bormann-Stücken noch mehr zu sehen gibt. So wird Ramona Krebs auf dem Laufsteg einen bunten Mix zeigen, was die Frau in diesem Sommer drunter und drüber trägt, und über ihre Leidenschaft für die Kunst erzählen. Zudem zeigen Hobby-Modeschöpfer der Schule für Mode und Design Magdeburg ihre Projektarbeiten. Darunter wird auch ein Etuikleid sein, das aus einer Jeans entstanden ist.

Bormann-Modenschau, Freitag, 21. Juni, ab 18 Uhr im Industriemuseum, begrenzte Platzzahl, Eintrittskarten (18 Euro): Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr im Museum sowie zu den Öffnungszeiten in den Modehäusern Wäsche&Kunst / Volz&Volz