Barby l Ja, es sei Torsten Reinarz, Bürgermeister von Barby (SPD), durchaus bewusst, dass es ein Problem mit randalierenden Jugendlichen im Schlosspark Barby gibt. „Diese Geschichten über den Vandalismus gibt es schon lang.“

Allerdings weiß er nicht so recht, wie man es anpacken soll. „Obwohl es nicht unser Gelände ist, ist es täglich Bestandteil in der Bauhof-Runde, wir räumen täglich den Dreck weg“, so der Lokalpolitiker.

Mehr Kontrolle vom Wachschutz

Kürzlich hatte Dirk Trappe (Wählergemeinschaft Elbe-Saale-Winkel) unter anderem gefordert, dass der Barbyer Schlosspark stärker vom eigenen Wachschutz kontrolliert würde oder aber es dort eine größere Polizeipräsens geben sollte.

Diese Idee kam auf, weil sich der Barbyer Stadtrat Trappe auf Facebook und gegenüber der Volksstimme darüber beschwert hatte, dass es Graffiti am „Prinzesschen“ gibt, eine Scheibe eingeschlagen war. Wegen dieser wird bereits polizeilich ermittelt.

Darüber hinaus sind Armlehnen von einer Bank entfernt worden sind, und ein Teil des Bühnendachs ging verloren. Dies seien nach Polizeiangaben jedoch Schäden, die nicht aktuell angezeigt worden.

Problem gibt es seit 20 Jahren

Im Ortschaftsrat von Barby sagte Reinarz über die Beschwerde von Trappe: „Das ist an sich nichts Neues. Das Problem ist: Wo ist die Alternative? Es ist von den Jugendlichen nicht gewünscht, betreut zu werden. Das Phänomen, dass sich Jugendliche dort treffen, gibt es ja schon seit 20 Jahren. Allerdings: Wir haben früher nicht so viel Dreck gemacht“, so Reinarz.

Allerdings sei das Problem auch nicht mehr so groß wie früher. Er erinnert die Mitglieder des Ortschaftsrates an die Verwüstungen nach einer Jugendweihe vor einigen Jahren. Man müsse nach einer Lösung im Gespräch suchen. „Bisher gibt es aber keine richtige Alternative. Wo können die Jugendlichen hin? Ich habe bisher keine Idee für ein Domizil. Für Ideen bin ich offen“, so der Bürgermeister.

Sein Kollege, der Ortsbürgermeister von Barby Ernst Neugebauer (CDU), wendet ein, es hätte doch schon einmal alternative Aufenthaltsorte für Jugendliche gegeben, wie zum Beispiel einen Bauwagen. Dieser sei jedoch bereits nach 14 Tagen abgefackelt worden.

Eine Überdachung?

Auch eine Überdachung sei laut Reinarz bereits im Gespräch gewesen, jedoch sei dies keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung des Problems.

Eine ganz andere Herangehensweise wäre es, die Jugendlichen stärker miteinzubeziehen. Dirk Trappe hatte davon gesprochen, dass der Stadtrat darüber nachdenke, ein Jugendparlament einzuführen.

Der Künstler und Leiter des kulturellen Zentrums „Villa Kunterbunt“, Andy Weber, würde gern den Park gemeinsam mit Jugendlichen restaurieren und ihnen, wie er sagt, den Wert der Stadt wieder näher bringen. Ganz konkretes zu diesen Plänen wollte er jedoch noch nicht verraten. Man solle gespannt auf das nächste Jahr sein, so Weber.