Sanierung

Schönebeck: Kritik an Zustand der sanierten Hellge-Straße

„So ist die Straße nicht in Ordnung“, betont eine Frau aus dem Tiefbau, die anonym bleiben möchte. Doch wer ist überhaupt für die Kontrolle von Straßen zuständig?

Von Paul Schulz 18.07.2021, 01:00
Über den Zustand der Wilhelm-Hellge-Straße in Schönebeck wird viel diskutiert.
Über den Zustand der Wilhelm-Hellge-Straße in Schönebeck wird viel diskutiert. Foto: Paul Schulz

Schönebeck - Die Kritik über den Zustand der erst kürzlich sanierten Wilhelm-Hellge-Straße reißt nicht ab. Nachdem sich Anfang Juni, nach der Freigabe des überarbeiteten Streckenabschnitts, bereits zahlreiche Schönebecker in den sozialen Medien über die unebene Fahrbahn ausgelassen haben, erreichte die Redaktion nun auch eine E-Mail, von einer Leserin mit Fachkenntnis. „Die Straße ist fachlich falsch gebaut! Oder finden wir noch so eine Straße in Sachen-Anhalt? Ich bin seit über zehn Jahren Tiefbaupolier und ich verspreche Ihnen: So ist die Straße nicht in Ordnung“, heißt es in dem Schreiben. Namentlich genannt werden möchte die Person allerdings nicht.

Die Schönebecker Stadtverwaltung hingegen sieht – nach einer weiteren Überprüfung der Straße – keine baulichen Mängel an der Fahrbahn. Vielmehr seien die „Wellen“ notwendig, damit das Regenwasser besser abfließen könne).

Doch wer genau kontrolliert den Zustand nach Straßenbauarbeiten und Sanierungen? Eine gesonderte Kontrollinstanz des Landes, die überprüft, ob Straßen allen fachlichen Ansprüchen gerecht werden, gibt es laut Andreas Tempelhof, Pressesprecher beim Landesverkehrsministerium, jedenfalls nicht. „Die Kontrolle – wir sprechen von der Bauüberwachung – übernehmen dafür beauftragte Ingenieurbüros. Diese sind bei der Abnahme mit dabei und fällen das Urteil. Und es kommt schon vor, dass dann gesagt wird: ’Das muss noch mal neu gemacht werden’“, erklärt Andreas Tempelhof.

So ein Satz fiel bei der Wilhelm-Hellge-Straße aber offenbar nicht, denn schließlich wurde die Strecke so abgenommen. Die Zuständigen der Bauüberwachung sehen die Straße also als fachgerecht errichtet beziehungsweise saniert an.

Andere Planungsbüros und Straßenbaufirmen der Region wollten sich auf Volksstimme-Nachfrage gar nicht oder nicht öffentlich zur Hellge-Straße äußern. Grundsätzlicher Tenor ist aber: Wenn die Straße so abgenommen wurde, dann ist sie auch in Ordnung. Nacharbeiten oder Ausbesserungen scheinen also nicht nötig zu sein.