Biere l Es ist wie eine frühe Bescherung für die Einsatzkräfte der Bierer Ortswehr. In dieser Woche haben die Feuerwehrleute ihr neues Fahrzeug vom Ausrüster Rosenbauer im Brandenburgischen Luckenwalde abgeholt: Ein nagelneues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20). „Nach den ersten Tests sind wir wirklich sehr zufrieden mit dem neuen Fahrzeug“, sagte der Bierer Ortswehrleiter Alexander Wierzbowski. Das neue Feuerwehrauto ist 3,30 Meter hoch 2,50 Meter breit und 7,70 Meter lang und passt damit – einigen Unkenrufen und Gerüchten aus dem Internet zum Trotz – natürlich auch in das Gerätehaus der Feuerwehr Biere.

Altes Fahrzeug geht an Großmühlinge

Dort wird demnächst auch Platz geschaffen, wenn das Vorgängerfahrzeug an die Feuerwehr in Großmühlingen übergeben wird. Denn tatsächlich ist der Vorgänger mit gerade einmal 16 Jahren und 13 000 Kilometern auf dem Buckel immer noch einsatzbereit. „Die Feuerwehr in Biere sollte noch weiter gestärkt werden“, sagte der Ortswehrleiter. Denn mit der Autobahn, der Landstraße, einem Steinbruch und einer Gärtnerei in der Umgebung muss ein anspruchsvolles Gebiet abgedeckt werden. „Gemeinsam mit dem HLF aus Welsleben ersetzen wir zusammen quasi einen Rüstwagen“, sagte Alexander Wierzbowski. Gleichzeitig kann so in Großmühlingen ein kleines Fahrzeug abgeschafft werden, das 1983 in Betrieb genommen wurde – also vor 35 Jahren.

Finanzierung im zweiten Anlauf geglückt

Das neue Fahrzeug bietet Platz für neun Feuerwehrleute, kann derzeit allerdings noch nicht bei Einsätzen ausrücken. Denn zunächst müssen alle 34 Einsatzkräfte der Bierer Ortswehr im Umgang mit der neuen Technik geschult werden. „Das Fahrzeug hat einige Neuerungen zu bieten“, so der Ortswehrleiter. So gehört erstmals eine feste Stahlwinde vorn am Wagen zur Ausstattung. Auch die zum größten Teil neue Ausrüstung wurde speziell für Einsätze auf der Autobahn ausgewählt. So sind etwa zusätzliche Abstützsysteme mit an Bord, mit denen am Straßenrand verunglückte Fahrzeuge gesichert werden können. Nur einige wenige Ausrüstungsgegenstände wurden aus dem Vorgänger übernommen, darunter mehrere Schaumrohre. Offizielle Indienstnahme ist schließlich am 14. Dezember. Bis dahin finden täglich Ausbildungsdienste statt.

Freude über das neue Feuerwehrfahrzeug auch beim Bierer Ortsbürgermeister Bernd Nimmich (SPD). „Unser erster Fördermittelantrag im vergangenen Jahr wurde leider nicht angenommen. Glücklicherweise gab es beim Land noch Zusatzmittel, um das Fahrzeug zu finanzieren“, sagte der Ortsbürgermeister. Und so steht das neue Feuerwehrauto rund ein Jahr nach der Bewilligung auf dem Hof in Biere. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 400 000 Euro. Davon zahlt die Gemeinde Bördeland 210 000 Euro, die restlichen 190 000 werden vom Land Sachsen-Anhalt übernommen. Die Behörden und der Stadtrat hätten bei der Anschaffung gut zusammengearbeitet, sagte Bernd Nimmich.

Für die Feuerwehrleute in Biere war die frühe Weihnachtsbescherung ein voller Erfolg. Auch wenn natürlich immer noch etwas zu tun bleibt. Oder, wie es Ortswehrleiter Alexander Wierzbowski auf Nachfrage formuliert: „Unser Gerätehaus hat noch Potential.“ Zwar ist den Einsatzkräften mit dem neuen Fahrzeug ein großer Wunsch erfüllt worden und auch das Dach und der Boden im Gerätehaus wurden bereits saniert. Trotzdem fehlt es in Biere, wie in vielen anderen Wehren auch, immer noch an Umkleiden.

Neues Gerätehaus für Großm

Nächstes Vorhaben im Bördeland ist hingegen das Gerätehaus in Großmühlingen. Da eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt, wird in den nächsten Jahren ein Neubau anstehen. Damit einhergehen könnte auch eine stärkere Zusammenarbeit oder Fusion mit der Feuerwehr in Eggersdorf. Zumindest die Vorplanungen für den Neubau wurden bereits abgeschlossen. Im neuen Jahr sollen weitere Planungsaufgaben ausgeschrieben werden. In zwei bis drei Jahren, so die Hoffnung im Bördeland, könnte dann mit dem Neubau in Großmühlingen begonnen werden.