Barby l „Jetzt haben wir wieder ‘ne Post in Barby“, deutet Kanu-Abteilungsleiter Peter Netzeband wenig begeistert mit dem Kopf in Richtung Sporthalle. Auch Steffen Grafe, der SSV-Vorsitzende, ist nicht gerade angetan. Die beiden Mitglieder des Sportvereins (und wie sie versichern, auch etliche Sportfreunde) fühlen sich von der Stadt übergangen. „Wir heißen nun mal SSV Blau-Weiß. So sollte auch die Halle aussehen“, sagt Peter Netzeband.

Ein Stadtratsprotokoll vom 23. Juni 2016 belegt: Joachim Stübner, damaliger Verantwortlicher für die Abarbeitung der Hochwasserschäden, präsentierte dem Stadtrat einen Vorentwurf der Halle. Auf dieser Zeichnung ist das Hallenhauptgebäude dunkelblau, die Nebengebäude lichtgrau. Was dem originären Vorschlag der Sportfreude nahe kam.

Warum entschied man sich im Barbyer Rathaus schließlich anders?

Bilder

Zeichnung als Vorschlag

Frank-Holger Heinrich vom Bauamt erklärt: „Die der Volksstimme vorliegende Zeichnung ... war lediglich ein Vorschlag des Ingenieurbüros aus Calbe. Es gibt keinen verbindlichen Stadtratsbeschluss zur Farbgebung. Ein solcher muss einer anstehenden Entscheidung zur farblichen Gestaltung an einem kommunalen Gebäude auch nicht vorausgehen.“

Und: Die Sporthalle der Stadt Barby werde nicht ausschließlich vom SSV Blau-Weiß genutzt, sondern auch vom Schulsport und von anderen Vereinen.

Bürgermeister verteidigt Entschluss

Auch Bürgermeister Torsten Reinharz verteidigt den Grün-Gelb-Entschluss: Die Fassadenfarbe soll sich am Umfeld orientieren. Am Gribehner Weg, wo sie steht, dominieren der grüne Sportplatz und viele Bäume. Gegenüber liegt eine Schrebergartenanlage. Frank-Holger Heinrich erklärt weiter, wie es zu der Entscheidung kam: Auf dieser Basis habe das vertraglich gebundene Ingenieurbüro Vorschläge unterbreitet, von denen einer durch die Stadt Barby beauftragt wurde. „Eine letzte Bemusterung fand im Zuge einer Bauberatung im Beisein des Bürgermeisters und auch des Vereinsvorsitzenden Steffen Grafe statt. Das Ergebnis der Bemusterung wurde so wie jetzt zu sehen umgesetzt“, so Heinrich. Er erinnert daran, dass die alte Halle, die abgerissen wurde, mit einer weißen Fassade ausgestattet war.

Steffen Grafe zu seiner Anwesenheit beim Bemusterungstermin. „Das stimmt, ich habe aber keinen Hehl daraus gemacht, dass mir das nicht gefällt und war dagegen.“

Dennoch dürfte die moderne Sporthalle alle Nutzer erfreuen. Sie ist mit einem gerüttelt Maß Know-how ausgestattet, das es vorher nicht gab. „Wie das bei Neubauten heute vorgeschrieben ist, greift hier das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz“, deutet Steffen Grafe auf dick isolierte Rohre einer Wärmepumpe. In Kombination mit einer Gastherme wird das Wasser erwärmt. Zum Beispiel für die Fußbodenheizung im Hallenbereich.

Mehr Tageslichteinfall

Das Innere der Halle zeichnet sich gegenüber dem Vorgängerbau durch einen größeren Tageslichteinfall aus. Dafür sorgen acht große Oberlicht-Fenster. Die Porenbetonwände wurden bis in eine Höhe von zwei Meter mit sogenannten Prallwänden aus Holz verkleidet. Einbauten wie Kletterstangen, Sprossenwand, Volley- und Basketballtechnik dienen vor allem dem Schulsport.

Eine Verzögerung hatte es vor Monaten gegeben, als eine Baufirma mit dem Einbau des Estrich überfordert war. Er musste von einer anderen Firma wieder entfernt werden.

Mit Fertigstellung der Bauarbeiten ist Mitte November zu rechnen. Laut Grafe sei eine symbolische Schlüsselübergabe zwischen ihm und dem Bürgermeister beim Sportlerball am 16. November geplant. Die „praktische Einweihung“ der Sportler soll dann im kommenden Jahr mit einem großen Fest erfolgen. Seit Ende September wird die Halle zum Teil schon von den Fußballern genutzt. Deren Sanitär- und Aufenthaltsräume sind seit dem nutzbar.

Wie wird der Schriftzug sein?

Die neue Sporthalle wird am Eingang einen Schriftzug erhalten: „Sporthalle“, darunter „Am Gribehner Weg“. Im Bereich des Giebels wird das Logo des Vereins SSV Blau-Weiß erscheinen.

In diesem Falle in blau-weiß ...