Schönebeck l Die Idee ist nicht neu. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren machten Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion darauf aufmerksam, dass der Stadt im Jahr 2023 ein rundes Jubiläum vor der Tür steht: nämlich 800 Jahre Schönebeck. Die Christdemokraten beantragten damals, dass sich die Verwaltung mit ersten Schritten zur Prüfung und Umsetzung dieses Stadtjubiläums befasst.

Nun ist sozusagen Halbzeit: fünf Jahre nach dem Antrag und fünf Jahre vor dem Jubiläum. Die Stadtverwaltung legt in einer sogenannten Informationsvorlage auf elf Seiten ihre internen Ergebnisse vor. Das Fazit: Das Fest wäre eine gute Idee, aber alles steht und fällt mit der Finanzierung. Hier ein Überblick über die Arbeitsergebnisse:

Kann Stadtjubiläum gemeinsam mit dem Sachsen-Anhalt-Tag oder der Landesgartenschau organisiert werden?

Kein Sachsen-Anhalt-Tag

Laut Prüfung und Abstimmung mit der Staatskanzlei Magdeburg findet der Sachsen-Anhalt-Tag nur noch alle zwei Jahre statt. Im Jahr 2019 richtet die Stadt Quedlinburg den Sachsen-Anhalt-Tag aus. 2021 entfällt der Sachsen-Anhalt-Tag, da durch das Land die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ausgerichtet werden. Für die Ausrichtung des Sachsen-Anhalt-Tages im Jahr 2022 liegt bereits die Anfrage einer Stadt vor. Der nächste turnusmäßige Sachsen-Anhalt-Tag findet somit im Jahr 2024 statt. Für das Jahr 2023 ist also kein Sachsen-Anhalt-Tag geplant.

Nach der Landesgartenschau in diesem Jahr in der Stadt Burg wurde für das Jahr 2022 die Entscheidung für die Austragung der Landesgartenschau 2022 zu Gunsten der Stadt Bad Dürrenberg gefällt. Es ist nach Informationen der Stadtverwaltung Schönebeck derzeit noch offen, wann die nächste Ausschreibung für die Durchführung einer Gartenschau des Landes erfolgen wird.

Somit entfallen vorerst diese beiden Möglichkeiten für Schönebeck.

Was ist nun alternativ vorgesehen?

Es soll die Durchführung eines dreitägigen Stadtfestes (von Freitag bis Sonntag) in der Innenstadt von Schönebeck unter Einbeziehung von Vereinen, Bibliothek, Soziokulturellem Zentrum „Treff“, Eigenbetrieb Solepark, Industriemuseum Schönebeck, Jugendclubs, Kitas, Schulen, Feuerwehren, Partnerstädten, Unternehmen, Institutionen (Sponsoring) und interessierten Bürgern stattfinden. Den Auftakt des historischen Ereignisses im Jahr 2023 könnten der Neujahrsempfang im Rathaus sowie eine Festsitzung des Stadtrates bilden.

Wann ist der Termin für die mögliche Jahrfeier?

Um Veranstaltungstermine Dritter in der Elbestadt nicht zu gefährden, könnte die 800-Jahr-Feier im Jahr 2023 anstelle des Bierer-Berg-Festes in der Zeit vom 25. bis 27. August durchgeführt werden. Positiv zu berücksichtigen ist außerdem, dass der Heimattiergarten „Bierer Berg“ im Jahr 2023 sein 50-jähriges Jubiläum begeht.

Wo soll das Stadtfest stattfinden?

Als Festmeile beziehungsweise Veranstaltungsflächen sollen der Marktplatz, die Elbstraße, der Salzblumenplatz sowie die Salineinsel mit verschiedenen kulturellen Programmen, historischem Markt, altem Handwerk, Gauklern, Kleinkunstveranstaltungen, Schaustellern, Mittelaltermarkt und anderen Händlern dienen. Weiterhin könnten die mit dem Kombibad (wenn es denn bis dahin gebaut worden ist) entwickelten und umgestalteten Flächen zwischen Salzer Straße, Söker Straße, Tischlerstraße sowohl hinsichtlich der feierlichen Baderöffnung als auch Nutzung für den ruhenden Verkehr freigegeben werden.

Soll es einen Festumzug durch die Stadt geben?

Die Organisation sowie Durchführung eines historischen Festumzuges wurde bewusst nicht aufgenommen, da für die Umsetzung der historischen Bilder die entsprechenden Vereine und Kostüme fehlen. Vorhandene Kostüme im Stadtarchiv sind verschlissen. Seit 1998 haben sich viele Vereine auf Grund des mangelnden Nachwuchses aufgelöst, so auch der Regional- und Trachtenverein, der zur 775-Jahr-Feier zahlreiche Kostüme für die Stadt schneiderte und selbst den Umzug mit zahlreichen Vereinsmitgliedern unterstützte.

Die Kosten für die Ausrichtung so eines historischen Festumzuges würden sich auf allein rund 60.000 Euro belaufen.

Wie sieht die Finanzierung des Festes aus?

Das stellt derzeit das größte Problem dar. Das Einwerben von Sponsoring und Spenden wäre eine Finanzierungsmöglichkeit. Diese könnten zum Jahresende zweckgebunden in das Folgejahr übertragen werden, auch wenn ein Fehlbetrag zum Jahresende im Haushalt bestehen würde. Die Einwerbung von Spenden und die Ausstellung von Spendenbescheinigungen sind jedoch nur unter bestimmten Umständen möglich wie beispielsweise Darstellung von Heimat-und Traditionspflege, Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde.

Nach der ersten Schätzung soll das Fest zur 800-Jahr-Feier rund 237.500 Euro kosten. Dagegen wird mit Einnahmen in Höhe von 92.000 Euro gerechnet, sodass eine Differenz von 145.500 Euro bleibt.

Wie soll es nun weitergehen?

Das Ergebnis der verwaltungsinternen Arbeitsgruppe wird in drei Wochen im Stadtrat zur Diskussion vorgestellt. Weiter ist wichtig, ein Sponsoringkonzept zu erstellen, die Prüfung von Fördermitteln (eventuell für bauliche Maßnahmen) und eine regelmäßige Information im Fachausschuss Soziales. Zudem soll bei Bedarf eine kleine Arbeitsgruppe und ab 2021 eine große Arbeitsgruppe gebildet werden.