Trakai/Schönebeck l Unbekannt ist den Trakaiern Schönebeck nicht – auch nach Jahren nicht. Vor mehr als einer Dekade nämlich pflegte der Altkreis Schönebeck freundschaftliche Beziehungen zu Großgemeinde in Litauen. In der dortigen Rajongemeinde liegt der Vertrag mit dem Altkreis noch immer vor, wenngleich die Initiativen aus Bernburg nun ein wenig verhaltener sind.

„Nach den guten Erfahrungen mit uns ist die Verwaltung in Trakai an der Wiederaufnahme der Kontakte zu uns sehr interessiert“, machte der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines Schönebeck, Helmut Huppertz, deutlich. Er war gemeinsam mit Markus Baudisch und Wolfgang Fuchs Anfang des Monats in Trakai zu Gast. Mit im Gepäck hatten die Elbestädter etwas ganz Besonderes: ein Votum des Stadtrates Schönebeck. Der hatte zuvor einstimmig zugestimmt, freundschaftliche Beziehungen zu der litauischen Stadt aufzunehmen.

Trakaier sind interessiert

Wie Markus Baudisch während der jüngsten Vorstandssitzung des Vereines berichtete, will die dortige Stadtverwaltung eine ähnliche Abstimmung wie in Schönebeck herbeiführen. „In mehreren Gesprächen gewannen wir immer wieder den Eindruck, dass die Trakaier dies so schnell wie möglich machen wollen“, so Baudisch.

Die Litauer scheinen in Fragen von Freundschaften und Partnerschaften zu anderen Städten und Gemeinden in Europa nicht unerfahren zu sein. So einigten sich die litauische und die deutsche Seite darauf, dass die Freundschaft zwischen beiden Städten nicht auf politischer Ebene basieren darf, sondern die Kontakte auf die Bürger übertragen werden müssen.

Zunächst haben die Litauer vor allen den Sport und die Kultur im Auge. In Trakai werden im Übrigen in diesem Jahr vom 2. bis 6. August die Jugendweltmeisterschaften im Rudern ausgetragen. Nach Auskunft der Schönebecker sind die Trakaier interessiert, Sportgruppen aus Schönebeck aufzunehmen, gemeinsam zu trainieren und Wettkämpfe auszutragen.

Umfangreiches Programm geboten

Den drei deutschen Gästen wurde bei ihrer dreitägigen Stippvisite ein umfangreiches Programm geboten. „Wir haben einen sehr guten Einblick bekommen“, freute sich Vereinsvorsitzender Helmut Huppertz. Gemeinsame Essen und Rundfahrten ließen weitere Kontakte knüpfen, die nun ausgebaut werden sollen. So berichtete Huppertz unter anderem davon, dass es in der Elbestadt einen Städtepartnerschaftsverein gibt. Dieses Engagement wollen die Trakaier nun ebenfalls umsetzen und auf private Initiative hin einen ähnlichen Verein in der Rajongemeinde zu gründen.

Schon bis Mitte August, das versprechen die Verantwortlichen, sollen Nägel mit Köpfen gemacht sein. Dann nämlich wird eine Delegation aus Litauen in Schönebeck zur Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages erwartet – pünktlich zum Bierer-Berg-Fest.