Schönebeck l Spielen, toben, klettern – Kinder bewegen sich bekanntlich gern an der frischen Luft. Wie gefährlich das in Bad Salzelmen aber sein kann, zeigt ein Vorfall an der Stadtmauer. An der Ecke Am Solgraben/Leipziger Straße ist ein kleines Mädchen von der Stadtmauer gestürzt und hat sich dabei verletzt. Anwohner fanden das weinende Kind im Garten und wählten daraufhin den Notruf. Ein Einsatzwagen der Rettungswache Schönebeck brachte das Kind daraufhin in das Ameos-Klinikum Schönebeck. Wie alt das Kind genau ist und wie schwer es durch den Sturz verletzt wurde, wollte die Klinik mit Hinweis auf den Datenschutz nicht mitteilen.

Das Areal ist bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, da sich in unmittelbarer Nähe auch ein kleiner Spielplatz befindet. Auch die Schüler der umliegenden Schulen warten dort oft auf den Bus oder vertreiben sich nahe dem Spielplatz die Freizeit nach der Schule.

Verletztes Kind im Garten

Der jüngste Vorfall an der Stadtmauer ereignete sich am vergangenen Sonnabend. Anwohner Manfred Giese wurde direkt von seinen Nachbarn kontaktiert, als sie das verletzte Kind in seinem Garten entdeckten. „Ich habe gerade meine Wäsche gemacht, als es plötzlich an der Tür klingelte“, erzählt er.

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Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sich ein derartiger Vorfall ereignet, erinnert er sich. Das Problem: Am Mauerstück hin zur Leipziger Straße befinden sich die Grundmauern des ehemaligen Pumpenhäuschens. Darüber befindet sich ein Stahlgerüst, das Kinder und Jugendliche eigentlich davon abhalten soll auf die Mauer zu klettern.

Da es trotzdem immer wieder zu Unfällen kam, entschied die Stadt vor einigen Jahren, dort ein Gitter als Schutzmaßnahme anzubringen. „Vor allem kleine Kinder können sich an diesem Gitter gut festhalten und dadurch noch besser auf die Mauer steigen“, sagt Manfred Giese. Seiner Meinung nach müssten die Überreste des Pumpenhäuschens komplett abgerissen werden, sodass die Kinder und Jugendlichen gar nicht erst die Möglichkeit haben, die Stadtmauer zu erklimmen. Die Stadt Schönebeck hat gegenüber der Volksstimme bestätigt, dass die Situation vor Ort geprüft wurde und die Sicherung der Gegebenheiten nach wie vor besteht – Handlungsbedarf sieht man derzeit aber offenbar nicht. „Am Brunnenhaus gibt es ein Absperrgitter und davor wurde Feuerdorn als Hindernis angepflanzt“, berichtet Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz. Seinen Angaben zufolge steht die Stadtmauer selbst unter Denkmalschutz und kann deshalb nicht mit umfänglichen Sicherungen wie zum Beispiel einem Stacheldrahtzaun versehen werden. Da der genaue Unfallhergang noch unbekannt sei, könne die Stadt bislang noch keine weiteren Maßnahmen einleiten. Vielmehr verweist man im Rathaus auf die Sorgfaltspflicht der Eltern oder Betreuungspersonen.