Frohse l Es sollte ein entspannter Nachmittag werden und endete in einer Katastrophe. Vier Männer hatten es sich an eine Buhne an der Elbe in Höhe von Frohse gemütlich gemacht. Einer der Männer wollte am Sonntag gegen 17.30 Uhr in das relativ ruhige Wasser im geschützten Buhnenbereich der Elbe gehen, um zu baden. Er entkleidete sich bis auf die Badehose und ging in das Wasser.

Aber der Mann geriet zu weit in den Fluss und unterschätzte vermutlich die Strömung, die nicht nur oberflächlich ist, sondern auch auf dem Grund. Später berechnet die Feuerwehr eine Fließgeschwindigkeit von rund 50 Metern pro Minute. Der Mann wurde plötzlich mitgerissen. Eine zweite Person der Gruppe sprang hinterher, um seinen Freund zu retten. Beide Männer im Alter von 20 und 32 Jahren wurden aber von der Strömung mitgerissen.

Ihre beiden Freunde am Ufer konnten nur hilflos zusehen. Geistesgegenwärtig rannten sie in Richtung der bewohnten Grundstücke in Frohse, wo eine Familie grillte. Die Männer berichteten von dem Unglück. Die Polizei wurde informiert.

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Innerhalb von nur wenigen Minuten fuhr die Rettung auf, was in diesem Fall zu tun ist: Kameraden der Feuerwehr Frohse und Salzelmen fuhren zur Unglücksstelle. Die Feuerwehr Tischlerstraße setzte mit ihrem Boot in die Elbe und begann unverzüglich mit der Suche im Areal. Zur gleichen Zeit startete ein Polizeihubschrauber in Magdeburg, der schon wenige Minuten nach dem Vorfall Fluss und Uferbereich absuchte. Auf Magdeburger Seite und auf Schönebecker Seite waren zahlreiche Polizeibeamte alarmiert. Die Elbe war für den Schiffsverkehr zeitweilig gesperrt. Zwei Rettungswagen und ein Notarzt standen bereit.

Wie die Recherchen der Polizei ergaben, soll es sich bei den beiden nun Vermissten um Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft in Frohse handeln. Ob sie dort allein lebten oder in Begleitung einer Familie waren, konnte bis gestern Abend noch nicht sicher festgestellt werden. Auch die Frage, ob beide vermissten Männer schwimmen konnten, ist unklar.

Wie Einsatzleiter und Stadtwehrleiter Uwe Tandler der Volksstimme vor Ort sagte, wurden zur Suche im weiteren Verlauf des frühen Abends Taucher der Berufsfeuerwehr Magdeburg angefordert. Sie suchten einen Teil des Buhnenbereiches ab – vergeblich. Nach Aussagen der beiden Zeugen sollen die beiden verunglückten Männer schräg in Richtung Strömung getrieben worden sein, bis sie verschwanden.

Um 19.30 Uhr musste die Suche nach den beiden Männer ergebnislos abgebrochen werden.