Erneuerbare Energien

Unternehmen will 42 Millionen Euro in Solarparks in Bördeland investieren

Ein Landwirt aus Zens und ein bayerisches Unternehmen möchten vier Solarparks auf fast 90 Hektar Fläche in der Gemeinde errichten. Eine hitzige Diskussion in den Gremien kündigt sich an.

Von Robert Gruhne
In Bördeland plant ein Unternehmen vier Solarparks. Foto: dpa
In Bördeland plant ein Unternehmen vier Solarparks. Foto: dpa Foto: dpa

Eggersdorf - Ein mögliches Großprojekt in der Gemeinde Bördeland wurde am Dienstagabend im Sport- und Freizeitzentrum in Eggersdorf vorgestellt. Auf fast 90 Hektar Acker möchte Landwirt Hans Hagemann aus Zens mit dem bayerischen Unternehmen Anumar Solaranlagen errichten. Die geplante Investitionssumme beträgt 42 Millionen Euro.

Der Antrag ging bei der Gemeindeverwaltung ein, die daraufhin die Informationsveranstaltung für den Bauausschuss und die betroffenen Ortschaftsräte organisierte. Die vier Flächen zwischen 14 und 27 Hektar liegen in den Gemarkungen Eickendorf, Großmühlingen und Zens. Zwei von ihnen berühren die Autobahn.

Ein Prozent des Gemeindegebiets

Die Firma von Geschäftsführer Andreas Klier, der das Projekt vorstellte, betreibt zahlreiche ähnliche Anlagen in Sachsen-Anhalt und der ganzen Republik. Klier sagte: „Wir entwickeln die Projekte von der Pike auf und betreiben die Anlagen auch selbst.“

Die vier Anlagen in Bördeland sollen 88200 Megawattstunden Strom liefern – das ist nach Angaben von Klier fast doppelt so viel, wie die Privathaushalte in Bördeland verbrauchen. Die dafür nötige Fläche umfasst demnach etwa ein Prozent des Gemeindegebiets.

Die Projektvorstellung war noch nicht vorbei, da kam die Diskussion schon in Gang. Ekkehard Horrmann, Landwirt aus Welsleben und Gemeinderat (Bürgerinitiative Welsleben), meldete sich zu Wort: „Mich erschreckt es, wenn man eine solche Anlage auf den besten Boden bauen will. Für mich ist das eine Katastrophe!“ Ihm schloss sich Gemeinderat Gösta Zahn (Grüne) an.

Hans Hagemann, Eigentümer zweier der Flächen, führte als Reaktion unter anderem an, dass die Flächen nicht betoniert würden. Für ihn habe das Projekt vor allem wirtschaftliche Gründe: „Man kommt immer auf Ideen, wenn man kein Geld verdient.“ Die Pachtpreise der letzten vier Jahre seien zu hoch gewesen und die Erträge zu schlecht.

Zwei Ortschaftsrätinnen aus Eickendorf, Susanne Brehmer (FDP) und Erika Fläschendräger (SPD), merkten an, dass auf den Feldern sowieso vor allem Mais und Raps für Energie angebaut würden. Weitgehende Einigkeit herrschte über die Notwendigkeit von erneuerbaren Energien. Bauausschussvorsitzender Frank Ahrend (CDU) forderte, dass die Gemeinde grundsätzlich klären müsse, wie viel Flächen man dafür zur Verfügung stelle.

Die Diskussion wird nun in den Ortschaftsräten und im Gemeinderat geführt. Dort wird schließlich über die Änderung der Flächennutzungspläne abgestimmt, ohne die das Projekt nicht möglich ist.