Barby/Breitenhagen l Mit dem steigenden Pegel der Saale sei der Breitenhagener Fährmann zur Saalefähre nach Groß Rosenburg abgezogen worden, sagt Barbys Bürgermeister Torsten Reinharz. Die Saalefähre brauche einfach zwei Mitarbeiter. In der Konsequenz sei dann die Fähre in Breitenhagen außer Betrieb genommen worden. Auf unbestimmte Zeit, fügt er an. Wann das Schiff wieder fahren werde, hänge von einigen Faktoren ab. Damit fällt die Verbindung zwischen Tochheim und Breitenhagen wieder einmal aus. Das Personal reiche nicht aus, um alle Fähren zu betreiben, erklärt der Bürgermeister. „Wie man es macht, man macht es verkehrt“, ist er sicher, dass die Entscheidung ihre Kritiker finden wird. Vor allem aus Breitenhagen habe es in der Vergangenheit immer wieder Kritik gegeben, wenn die Fähre nicht gefahren sei. Das könne er nachvollziehen, weil es für die Pendler dann größere Umwege bedeute.

Allerdings habe die Kommune kaum eine andere Wahl, sagt er. Noch im März wolle er sich mit den Ortschafts- und Stadträten über die Zukunft der kleinen Fährflotte mit drei Schiffen unterhalten. Besonders die Stadtkasse leidet unter dem Fährbetrieb. Nur eines der drei Schiffe fährt die Kosten wieder ein. Nur die Barbyer Elbfähre erwirtschaftet einen jährlichen Überschuss. Die anderen beiden Fährverbindungen muss der Steuerzahler subventionieren. Die Rosenburger Fähre hatte in den vergangenen Jahren nur einmal einen Überschuss erwirtschaftet. Als die Landesstraße hinter der Saalebrücke bei Calbe wegen Bauarbeiten gesperrt werden musste, wichen viele Pendler auf die Fähre aus. Lange Warteschlangen bildeten sich morgens und nachmittags am Ufer. Im Jahr 2019 sollte sich das eigentlich wiederholen, als die Saalebrücke bei Calbe wegen Bauarbeiten gesperrt werden musste. Wochenlang durften die Autos die Brücke nicht befahren.

Niedriger Wasserstand

Die Barbyer hatten sich auf die Sperrung bereits eingestellt. Die Natur machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Wasserstand der Saale war so niedrig während der Bauarbeiten, dass die Fähre nicht fahren konnte. Aus den erhofften Einnahmen wurde wieder nichts.

Seit seinem Amtsantritt im Barbyer Rathaus sucht Torsten Reinharz nach einer Möglichkeit, das Land mehr bei den laufenden Kosten einzubinden. Ein Zugeständnis hat er für die regelmäßig vorgeschriebenen Landrevisionen bekommen. Riesige Beträge fallen hier regelmäßig an, wenn die Fähre in die Werft zur Wartung und Inspektion muss.

Gelder an Bedingungen geknüpft

Das Land unterstützt die Kommune hier mit Zuschüssen. Allerdings sind an die finanziellen Hilfen auch Bedingungen geknüpft. So muss sich die Kommune im Gegenzug verpflichten, die Fähre weiter zu betreiben. Würde die Kleinstadt eine der Fährverbindungen aufgeben, müsste sie die empfangenen Fördermittel wieder zurückzahlen. Selbst wenn sich das Fährgeschäft nicht lohnt, kann die Stadt nicht einfach aussteigen, bestätigt der Bürgermeister.

Allerdings handelt es sich beim Betreiben der Fähren um eine sogenannte freiwillige Aufgabe. Die muss sich die Stadt leisten können und dabei auf die Finanzierung von anderen Dingen verzichten. Auch darum wird es gehen, wenn der Bürgermeister im März mit den Volksvertretern in den Dörfern über die Fähren reden will. Riesige Beträge gibt die Kommune für die Fährschiffe aus, wenn die Defizite über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Mit dem Geld hätte die Lokalpolitik auch andere Dinge finanzieren können. Gäbe es mehr Brücken über Saale und Elbe, hätte die Kleinstadt das Problem mit den Fährkosten nicht.