Calbe l Als der damalige Bürgermeister Erhard Schacke und Bauminister Karl-Heinz Daehre feierlich den Grundstein „Am Rodweg“ für Blöcke des Sozialen Wohnungsbaus legte, waren nicht nur sie voller Euphorie. Es sollte ein großes Wohngebiet werden, für das an den idyllische Tonkuten der Spaten ins Erdreich gestochen wurde. Doch mehr als drei Blöcke wurden es am Ende nicht. Dabei liegt das Areal bei Hänsgenhoch verkehrsgünstig: Bahn-Haltepunkt oder Supermarkt liegen in Sichtweite.

Für Bauwillige am Standort Calbe sollen sich an dieser Stelle jetzt neue, interessante Möglichkeiten eröffnen. Bürgermeister Sven Hause vereinbarte am Dienstag den Verkauf eines rund 46 000 Quadratmeter großen Areals im Bereich Hänsgenhoch notariell. Grundlage hierfür waren ein Wertgutachten sowie der Beschluss des Stadtrates am 26. April dieses Jahres.

„Damit endet hoffentlich eine lange Phase des Ruhestandes für das Mitte der 1990er Jahre teilerschlossene Wohngebiet. Ich bin daher sehr froh, mit der GTG Grundstücksgesellschaft ‚Am Rodweg‘ Calbe einen Partner gefunden zu haben und hoffe, dass wir nun schnell vorankommen“, sagte Hause.

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Noch 2018 erste Häuser

Der in Absprache zwischen Stadt und der GTG abgestimmte Zeit- und Vorhabenplan sieht dementsprechend sportlich aus. Hintergrund ist, dass die Bebauung hauptsächlich durch die BTG Betonfertigteile Groß Rosenburg GmbH mit Sitz im Baustoffzentrum Saaledreieck erfolgt. So sollen nach Möglichkeit noch in 2018 erste Einfamilienhäuser in Reihenhausbauweise errichtet werden. Diese Firma baut Fertigteilhäuser.

Ebenso ist die Änderung des Bebauungsplanes und Planung einer endgültigen Erschließung noch für das laufende Kalenderjahr vorgesehen, um ab 2019 den Bau von neu entwickelten Häusern in modernem Stil zu ermöglichen. Hause spricht von zweieinhalb geschossigen Reihenhäusern ebenso wie von Stadtvillen.

Die BTG hatte vor knapp zwei Jahren den Firmenstandort an der Gemarkungsgrenze zwischen Calbe und Barby bei Sachsendorf gekauft und seither vorangetrieben. Im Rahmen geplanter Expansionsaktivitäten soll dieser erheblich erweitert werden und sich zum Produktionsstandort für Fertigteilhäuser entwickeln, welche in ganz Deutschland ihren Absatz finden. „Dabei ist auch vorgesehen, die Anzahl der Arbeitskräfte von derzeit etwa 70 auf über 200 zu erhöhen“, sagte der niederländische Gesellschafter Jan Hendrik Jacobs.

Gespräche vor Ort

Hierfür müssen jedoch noch einige formale Hürden genommen werden. „Um diesen Prozess angemessen und vor allem aktiv zu begleiten, habe ich kürzlich Staatssekretär Thomas Wünsch vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, Firmenvertreter des Baustoffzentrums Saaledreieck, Planer sowie Vertreter der Stadt Barby und Calbe zu einem Arbeitsgespräch und einer Betriebsbesichtigung vor Ort eingeladen und dort weitere konkrete Schritte verabredet“, so Hause.

Was die Möglichkeiten am Standort Hänsgenhoch anbelangt, so können dort in Abhängigkeit von der jeweiligen Bauweise mindestens 30 Einfamilienhäuser unterschiedlicher Art entstehen. Hause weiter: „Auch das Bauen nach eigenen Vorstellungen wird ermöglicht. Hier haben wir uns vertraglich darauf geeinigt, dass mindestens sechs Bauplätze bauträgerfrei bereitzustellen sind.“ Anfragen können Interessenten ab sofort an die Stadt Calbe richten. Die Erschließung und die Änderung des Bebauungsplanes wird von dem neuen Eigentümer des Areals übernommen.

Sven Hause versicherte aber auch, dass die Lückenbebauung zur Reaktivierung der Altstadt nicht aus den Augen gelassen werde.