Politik

Gallinat: Der neue Hoffnungsträger der SPD im Salzlandkreis

Er dürfte einer der jüngsten Kreisvorsitzenden der SPD bundesweit sein. Jannis Gallinat, jüngst gewählt, sieht in seinem fehlenden Erfahrungsschatz kein Problem.

Von Sabine Lindenau
Der Blick ist nach vorn gerichtet: Nach seiner Wahl zum SPD-Kreisvorsitzenden möchte Jannis Gallinat verstärkt junge Menschen für sozialdemokratische Politik begeistern.
Der Blick ist nach vorn gerichtet: Nach seiner Wahl zum SPD-Kreisvorsitzenden möchte Jannis Gallinat verstärkt junge Menschen für sozialdemokratische Politik begeistern. Foto: Sabine Lindenau

Wolmirsleben - „Es ist ein eindeutiges Zeichen, in welche Richtung es gehen soll.“ Jannis Gallinat wirkt für einen kurzen Moment überwältigt, schüttelt etliche Hände, nimmt Glückwünsche und Blumen entgegen. Wenig später wird er wieder sachlich. Fokussiert auf seine neue Aufgabe, die durchaus zu einer Herausforderung werden dürfte. Der Wolmirsleber dürfte mit gerade einmal 21 Jahren einer der jüngsten Kreisvorsitzenden bundesweit sein. Wenn nicht gar der jüngste. Obwohl erst seit gut zwei Jahren Mitglied in der Partei, gilt er als Hoffnungsträger.

In einer politisch engagierten Familie groß geworden – ein Opa war Ortsbürgermeister, der andere im Gemeinderat, Mutter und Tante ebenfalls – war auch Jannis Gallinat immer involviert. Und begann als Jugendlicher, sich zu engagieren. „Angefangen hat es in der Egelner Mulde, da war ich im Jugendbeirat, war da Gründungsvorsitzender.“ Als seine Tante ihn fragte, ob er nicht einmal zu einer Ortsvereinssitzung der SPD mitkommen wolle, hat er aber erst einmal überlegen müssen. „Ich wurde aber immer wieder aktiv angesprochen und eingeladen“, fühlte er sich alsbald richtig bei den Sozialdemokraten. Mit 19 Jahren trat er in die Partei ein. „Das, was die SPD in ihrem Grundsatzprogramm stehen hat, was sie vertritt, ist das, was ich schon immer lebe.“ Der Mensch im Mittelpunkt, das soziale Miteinander … Das hat Gallinat gefallen.

Seine Überzeugung möchte der 21-Jährige nun verstärkt unter das junge Salzland-Volk bringen. „Wenn die jungen Menschen sehen, dass da einer aus ihren Reihen an der Spitze solch einer Kreispartei steht, dann fällt es uns leichter, sie auch anzusprechen, weil sie merken, da ist ja jemand, der ist so alt wie wir und der macht da mit“, hofft er, der „alten Dame“ das angestaubte Image abzuwischen. In den zwei Jahren seines Mitwirkens habe er viele Probleme miterlebt. Aber sich den ganzen Tag nur hinzustellen und nur zu meckern, das bringe nichts. „Man muss den Mut haben und sagen, ich packe es selber an.“ Und so will der Wolmirsleber nun auf Kreisebene etwas bewegen.

Mit großer Erfahrung kann Jannis Gallinat, der derzeit eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert, nicht dienen. „Das wurde mir im Vorfeld auch öfter vorgeworfen.“ Doch Kritik bringt den neuen Kreisvorsitzenden nicht von seinem Weg ab. Den möchte er gemeinsam mit der Unterstützung der anderen, zu großen Teilen erfahrener Vorstandsmitglieder, bestreiten. Aber nicht rasant, sondern Stück für Stück.

Sieht er sich in zehn Jahren vielleicht schon im Bundestag? „Nein, der Sprung soll nicht so schnell kommen.“ Zunächst möchte er seine Ausbildung zu Ende bringen, sich beruflich weiter qualifizieren. Die Bodenhaftung nicht zu verlieren, ist ihm wichtig. „Ich möchte dieses Amt nicht als Sprungbrett nutzen, sondern die Probleme hier anpacken und hier wirken.“ Komplett schließt er eine politische Karriere, die ihn bis Berlin führt, aber nicht aus.