GRB

Herbe Verluste für Staßfurts größten Sportverein

200 Mitglieder kündigten in Corona-Zeiten dem GRB die Mitgliedschaft. Jetzt wird über den Wiedereintritt und ein Training mit Abstand diskutiert.

Von Franziska Richter
Langjährige Übungsleiter werden vom GRB mit einer  Würdigung verabschiedet. Dieses Mal bedankt sich Vorsitzender Thomas Wagner bei Constanze Holtorf für ihren Einsatz im Herzsport.
Langjährige Übungsleiter werden vom GRB mit einer Würdigung verabschiedet. Dieses Mal bedankt sich Vorsitzender Thomas Wagner bei Constanze Holtorf für ihren Einsatz im Herzsport. Foto: F. Richter

Staßfurt - Trauerstimmung beim Gesundheits-, Rehabilitations- und Behindertensportverein Staßfurt (kurz: GRB). Nach langem Trainingsausfall durch Corona beklagt Vereinsvorsitzender Thomas Wagner ganze 200 Mitglieder, die den Verein verlassen haben. Aus 970 Mitgliedern wurden aktuell 760.

Wagner, der am Freitag bei einer abgespeckten Mitgliederversammlung die letzten zwei bescheidenen Jahre nicht beschönigte, bedankt sich aber bei denen, die geblieben sind: „Sie haben uns die Treue gehalten, auch wenn sie zeitweise nichts von ihrer Mitgliedschaft hatten.“

Der GRB nimmt aktuell den Sportbetrieb fast aller Gruppen wieder auf. Allerdings läuft der Neustart nicht ohne Probleme.

Alt-Mitglieder wollen nun doch wieder mitmachen

Es gäbe ehemalige Mitglieder, die nun wieder mitmachen, aber die neue Aufnahmegebühr nicht zahlen wollten. „Solche Diskussionen führen wir hier und das ist nicht schön“, so Wagners Ermahnung. Manch einer wolle sich vielleicht wieder einfach in die Kurse mogeln, obwohl gar kein Mitglied mehr.

Auch mit den Verordnungen gab es Ärger. Der GRB führt Rehasport nach ärztlichem Rezept durch. Wegen Corona waren nun die Kurse ausgefallen. „Wir mussten die Rezepte irgendwann mit den Krankenkassen abrechnen, die nur einmal um sechs Monate verlängert wurden, die Kurse fanden aber nicht statt“, erklärte Heike Börner, Mitarbeiter im Sportbüro des GRB. Danach hätten die Kassen keinen Aufschub mehr gegeben.

Ein nächstes Problem erklärte Vereinsschatzmeisterin Ines Groth: „Die geringeren Einnahmen durch weniger Mitgliederbeiträge werden sich im Finanzjahr 2021 auswirken. 2020 sind wir finanziell noch gut durchgekommen.“ Weil der Verein durch die Krankenkassenrezepte als liquide galt, beantragte er auch keine Coronahilfen.

Die Jahre 2020 und 2021 waren bescheiden

Weil es nichts zu berichten gab, hat man auch das Vereinsjournal seit 2020 eingestellt. Da kann Vereinschef Wagner nur seine Negativ-Bilanz über 2020 und 2021 fortsetzten: „Es war einfach nicht schön. Es fehlt an Motivation. Nichts hat so richtig stattgefunden. Trotzdem, es gibt uns ja noch.“

Besonders schwierig scheint es bei den Schwimmgruppen zu werden. Diese bleiben mit der Sommerpause im Bfw, wo die Schwimmhalle ist, und den Abstandsregeln erst einmal ausgesetzt. „Können wir nicht gleich wieder anfangen?“, forderte eine Dame aus einer Schwimmgruppe bei der Versammlung. „So schnell kriege ich kein Rezept wieder.“ Mehrere Schwimmerinnen debattierten angeregt mit dem Vorstand. Der kann aber mit den momentanen Abstandsregeln nur fünf statt 15 Sportler ins Becken lassen. „Dann machen wir wegen der Miete für das Schwimmbecken Minus“, so Wagner. Ebenso weiterhin auf Eis liegen die Herzsportgruppe, die wegen der sommerlichen Temperaturen erst im September wieder starten.

In den Vereinsvorstand wurden am Freitag wieder Thomas Wagner, René Zok und Ines Groth gewählt.