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Trampelpfad-Odyssee am Supermarkt in Hecklingen beendet

Kleine Bauarbeiten können große Freuden auslösen, wenn ihnen eine Irrfahrt im Dschungel der Zuständigkeiten voraus ging. Dazu kommt es aktuell in Hecklingen. Auch, weil die Ortsbürgermeisterin beharrlich geblieben ist.

Von Nora Stuhr
Der neue Weg entsteht: Kunden eines Supermarktes müssen jetzt nicht mehr ausschließlich die breite Fahrzeug-Zufahrt nutzen.
Der neue Weg entsteht: Kunden eines Supermarktes müssen jetzt nicht mehr ausschließlich die breite Fahrzeug-Zufahrt nutzen. Foto: Nora Stuhr

Hecklingen - Die Nachricht ereilt Ortsbürgermeister Heidi Hoffmann (Wählergemeinschaft Hecklingen) im Krankenbett. Was ihr von Bürgern mitgeteilt wird, freut sie sehr. Fotos, die ihr geschickt werden, zeigen eine Baustelle. Diese befindet sich auf dem Parkplatz des NP-Supermarktes in Hecklingen. Denn dort ist in dieser Woche mit dem Bau eines kleinen Gehweges begonnen worden.

Dass dieser angelegt wird, war der Ortschefin wichtig, denn allerhand Leute hatten sich bei ihr beschwert. Vorher war dort, wo der Zugang jetzt ist, ein nicht sicherer Weg, der inoffiziell von den Kunden genutzt wurde. Denn wer von der Apotheke kommend über die Straße ging, konnte dort gleich direkt zum Einkauf gehen. Weil der Trampelpfad in der Rabatte aber illegal war, wurde er vor dem Discounter abgesperrt. Fußgänger mussten danach die gleiche Einfahrt wie alle Fahrzeuge nutzen. Das sei gefährlich vor allem für Senioren und Kinder, meint die Ortsbürgermeisterin.

Der kleine Erfolg nach einem Jahr ’Kampf’ trägt zu meiner Genesung bei.

Heidi Hoffmann, Ortsbürgermeisterin

Seit einem Jahr ist sie dem Anliegen für die Bürger nachgegangen. Etliche, die sie darauf ansprachen, wünschten einen richtigen befestigten und offiziellen Zugang zum Supermarkt. Die Stadt ist in diesem Fall nicht verantwortlich. Die Rabatte, auf der sich der Trampelpfad befindet, ist privat. Heidi Hoffmann versuchte Kontakt zur Geschäftsleitung des Supermarktes aufzunehmen. Sie sprach auf Anrufbeantworter, verfasste einen Brief, wurde nach einer ersten schriftlichen Absage schließlich vom Bezirksleiter zurückgerufen. Nach der Irrfahrt im Dschungel der Zuständigkeiten war das folgende Gespräch für die Ortschefin ein kleiner Lichtblick.

Mit diesem Weg können Fußgänger zukünftig einfacher und sicherer zum Markt gelangen.

Edeka Minden-Hannover

Er sei sehr nett gewesen und habe Verständnis gezeigt, erinnert sie sich an das erst kürzlich geführte Telefonat. Und ihr Eindruck täuschte nicht. Den Worten folgen jetzt Taten.

In dieser Woche rollte ein Bautrupp an. Mitarbeiter einer Firma aus Magdeburg sagten am Mittwoch, dass der Weg am Donnerstag – also gestern – fertig wird.

Eine Presseanfrage der Staßfurter Volksstimme bei der zuständigen Edeka Minden-Hannover Stiftung – wird in dieser Woche ebenfalls mit einer positiven Mitteilung beantwortet. „Wir haben gute Nachrichten“, informiert eine Sprecherin. Das Thema eines Fußweges zum Gelände des NP-Marktes in der Hermann-Danz-Straße in Hecklingen sei noch einmal geprüft, heißt es. „Wir haben uns dazu entschieden, den Trampelpfad durch einen ordnungsgemäßen, befestigten Weg durch die heute existierende Grünanlage zu ersetzen“, heißt es in der Mitteilung. Nach Unternehmensauskunft könnten Fußgänger zukünftig damit einfacher und sicherer zum Markt gelangen. „Baubeginn ist bereits in dieser Woche“, hieß es am Montag.

Das freut Heidi Hoffmann. Als sie erfuhr, dass der neue Weg gebaut wurde, rief sie noch einmal den zuständigen Bezirksleiter an, um sich zu bedanken. „Ich habe mit ihm sprechen können. Er hat sich wirklich für uns eingesetzt“, ist sie froh.

In den sozialen Medien wird vor dem Bau des Gehweges über das Thema aber auch kritisch diskutiert. Die Volksstimme hatte vorher über das zähe Ringen um den Zugang zum Supermarkt berichtet. Auf einer Hecklinger Facebook-Seite melden sich mehrere Leute zu Wort.

Jemand schreibt beispielsweise: „Gut, dass da keine anderen Probleme sind als sich über ein Weg aufzugeilen, der durch Faulheit der Gesellschaft entstandenen ist.“. Ein anderer Bürger findet das Prozedere traurig: „Frag mich, wo das ganze Geld geblieben ist, das die Stadt mal hatte.“

Nachdem der Trampelpfad gesperrt wurde und der neue Weg noch nicht gepflastert war, monierte eine weitere Person dass das Vorgehen nicht kundenfreundlich ist. Leute, die auf den Weg angewiesen sind, sollten – wenn sie dazu die Möglichkeit haben – woanders einkaufen gehen, heißt es. „Verstehe das Problem nicht. Der Weg wird seit Jahren von Leuten genutzt die zu faul sind, die fünf Meter um die Einfahrt drumherum zu gehen um zur Apotheke zu gehen. Es ist und bleibt ein Trampelpfad“, schreibt ein anderer Bürger in Anspielung auf den illegalen Zugang. Doch der ist jetzt Geschichte.

Mitarbeiter einer Firma aus Magdeburg pflastern den Gehweg.
Mitarbeiter einer Firma aus Magdeburg pflastern den Gehweg.
Foto: Nora Stuhr