Stendal l Enduromaschinen, die auf dem Flugplatz ihre Runden drehen, Fahrer, die riskante Überholmanöver probieren, um Punkte in der Supermoto-Meisterschaft zu machen – das gehört der Vergangenheit an. Stendal ist nicht mehr Austragungsort der ADAC-Rennserie. „Ich wollte das nicht mehr“, sagte Matthias Jahn, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, auf Nachfrage der Volksstimme. Es sei eine Veranstaltung gewesen, die sehr großen Aufwand mit Einschränkungen des Flugverkehrs bedeutet habe. „Meine Aufgabe ist es, Aufwand und Nutzen gegenüberzustellen, und das erscheint mir nicht mehr rentabel“, erklärte er.

Anfangsjahre hatten mehr Aufmerksamkeit

Seit zwei Jahren ist Jahn im Amt, mittlerweile habe er sich eine Meinung über die einzelnen Veranstaltungen gebildet, und die Supermoto hält er für ein Auslaufmodell. Die Zuschauerzahl sei stetig zurückgegangen. Es habe auch keine großen internationalen Namen im Fahrerfeld mehr gegeben, letztlich seien es Amateurrennen, die einen lediglich internen Kreis von Hardcorefans ansprechen. Außerdem gebe es einen Interessenten, der ein Teil des Renngeländes langfristig anmieten will.

Jörn Steinig, Vorsitzender des ausrichtenden MSV Dolle, räumt ein, dass das Interesse an der Veranstaltung nicht mehr so groß war wie in den Anfangsjahren ab 2001. „Da war allein schon von der Fachpresse eine viel größere Aufmerksamkeit“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Auch die Zuschauerzahl war größer gewesen. Allerdings sei man nie über 2000 an dem Rennsonntag gekommen. Im vergangenen Jahr waren es rund 1700. Ein Wert, mit dem die Veranstalter leben konnten, der aber noch Luft nach oben ließ. Etwas mehr Unterstützung wünschte sich Steinig im vergangenen Jahr von den Offiziellen der Stadt. „Andernorts haben solche Events mehr Beachtung“, meinte er im Gespräch mit der Volksstimme. Von einem drastischen Zuschauerschwund könne aber nicht die Rede sein.

Supermoto in Stendal

Supermoto-Pilot Michael Kartenberg holte sich am Sonntag den Deutschen Meistertitel in der Klasse N2. Im nächsten Jahr will der Stendaler in der Profiklasse S1 angreifen.

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

  • Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

    Supermoto auf dem Flugplatz in Stendal/Borstel. Foto: Thomas Wartmann

ADAC sucht noch einmal das Gespräch

Das Aus sei für ihn recht überraschend gekommen, aber offenbar sei es schwierig, einen Kompromiss zu finden. Die Supermoto sei sicherlich nicht die größte, aber eine der konstantesten Veranstaltungen auf dem Flugplatz gewesen. Und 15 000 bis 18 000 Euro seien für Dienstleistungen auch in die Region geflossen. „Natürlich können wir nicht mit den Mieten mithalten, die VW zahlt, wenn dort Fahrzeuge getestet werden, oder was bei einem VW-Treffen eingenommen wird“, räumte er ein.

Der ADAC bedaure auch das Ausscheiden Stendals, nun seien es nur noch sieben Austragungsorte. Möglicherweise sei auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Der zuständige ADAC Saarland wolle noch einmal Kontakt zur Flugplatzgesellschaft aufnehmen. Doch das scheint wenig Aussicht auf Erfolg zu haben. „Wir können ja auch nur begrenzt Motorsportveranstaltungen auf dem Flugplatz haben, schließlich sind wir kein Motorsportgelände“, führte Jahn an. Und da sei das Interesse beispielsweise an einer Oldtimer-Rallye wesentlich größer. Zumal diese auch nicht so lärmintensiv sei.

Am 24. und 25. September wäre der MSV Dolle schon zum 16. Mal Gastgeber für die internationale Driftszene gewesen.