Stendal (ru) l Das Berufsschulzentrum des Landkreises Stendal möchte zwei neue Angebote schaffen, eines im Beruflichen Gymnasium, das andere in der Berufsschule. In der Sitzung des Kreisschulausschusses stellte Jörg Hagge, Leiter des Stendaler Berufsschulzentrums, die neuen Vorhaben vor. Die Realisierung ist abhängig vom Beschluss des Kreistages, der in seiner Sitzung am 12. Dezember darüber entscheidet.

Schwerpunkt Informationstechnik

Laut Hagge ist geplant, in Stendal zum Schuljahr 2020/21 ein Berufliches Gymnasium Technik mit dem Schwerpunkt Informationstechnik zu eröffnen. Bislang wird in der Hansestadt Stendal schon seit vielen Jahren der Bildungsgang Berufliches Gymnasium in den Fachrichtungen Wirtschaft sowie Gesundheit und Soziales angeboten. „Durch die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, Universitäten sowie dem engen Kontakt zwischen den Sekundarschulen und uns als Berufsschulzentrum Stendal haben wir erkannt, dass ein Bedarf an Ausbildungsplätzen für das Berufliche Gymnasium mit dem Schwerpunkt Informationstechnik besteht“, begründet Hagge.

Bei einem erfolgreichen Abschluss des Technik-Gymnasiums könne ein entsprechendes Studium mit beruflichen Vorkenntnissen begonnen werden und damit der wachsende Bedarf der Wirtschaft und auch die Nachfrage aus der Schülerschaft gedeckt werden. Die personellen und sachlichen Mittel seien am Berufsschulzentrum vorhanden, versichert der Leiter. Gleiches gelte für die Erweiterung an der Berufsschule.

Duale Ausbildung

Dort soll ebenfalls zum Schuljahr 2020/21 die duale Ausbildung zur Fachpraktikerin/ beziehungsweise zum Fachpraktiker für personale Dienstleistungen erfolgen. Die Ausbildungszeit betrage drei Jahre und sei geeignet für Menschen mit Behinderung beziehungsweise mit dauerhaften Beeinträchtigungen. Die Klassenstärke werde zwischen acht und zwölf Auszubildenden pro Lehrjahr liegen.

Zustimmung im Ausschuss

Die Perspektive für eine Vermittlung auf dem 1. Arbeitsmarkt sehe Hagge in den Bereichen der Seniorenbetreuung und Alltagsbegleitung als positiv an. „Gerade in unserer Region entwickeln sich die demografischen Bedingungen so, dass in diesen Bereichen erhöhter Bedarf vorhanden ist und weiter entstehen wird. Stationäre und mobile Einrichtungen können bereits heute ihren Bedarf an Pflegehelfern und Alltagsbegleitern oftmals nicht decken“, erklärt Hagge. Deshalb möchte das Berufsschulzentrum Stendal diesen erhöhten Bedarf gemeinsam mit Ausbildungseinrichtungen und Trägern von Ausbildungen Rechnung tragen.

Dem steht aus Sicht des Kreisschulausschusses nichts im Weg. Einstimmig wurden von den Mitgliedern beide Anträge zum Beschluss empfohlen. Die Vorsitzende Edith Braun (Pro Altmark) lobte das Engagement und den Mut, neue Wege zu gehen. „Die Erweiterung des Spektrums kann nur förderlich für den Erhalt des Berufsschulzentrums sein“, sagt die Vorsitzende auf Volksstimme-Nachfrage. Sie hob ebenso hervor, dass gleichzeitig den Jugendlichen weiteren Chancen geboten werden, ihre Zukunft in der Altmark zu sehen.