Stendal l Es gebe wenige Momente, in denen man sie sprachlos erleben könne, gestand Anke Bollmann während der Festsitzung der Winckelmann-Gesellschaft ein. Der Moment, als Stendals Oberbürgermeister ans Mikrophon trat und verkündete, dass der Schulleiterin des Winckelmann-Gymnasiums ob ihrer Verdienste um die Winckelmann-Pflege die Winckelmann-Medaille 2018 verliehen wird, war so einer. An der Veranstaltung nahm Anke Bollmann als Mitglied der Winckelmann-Gesellschaft und „Hausherrin“ teil, denn dieses Jahrestreffen der Winckelmann-Gesellschaft fand in der Aula des Gymnasiums statt. Ansonsten war sie komplett ahnungslos.

Die Minuten der Gratulation, die auch von Max Kunze kam, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft, auf deren Vorschlag die Auszeichnung einmal im Jahr vergeben wird, gaben Anke Bollmann die Zeit, sich dann doch ein paar Worte zurecht zu legen.

Die Verdienste, von denen Klaus Schmotz gesprochen hatte, seien auch die ihrer Kollegen und der Winckelmann-Gymnasiasten und für die alle nehme sie diese Auszeichnung gern entgegen.

Anke Bollmann, in Tangermünde geboren, studierte in Leipzig und schloss als Diplom­lehrerin für Russisch und Französisch ab. Seit 1990 ist sie im Schuldienst, zunächst am Tangerhütter, vier Jahre später am Winckelmann-Gymnasium, zu dessen Schulleiterin sie 2013 ernannt wurde.

Grund für die Auszeichnung ist ihr Engagement um Winckelmann. Sie regte ihre Kollegen und Schüler an, sich intensiv mit dem Namens- patron der Schule zu beschäftigen. Im Ergebnis entstanden Projekte und Veranstaltungen zu Winckelmann, wurde auch die Ausstellung „Wir sind Winckelmann“ in Zusammenarbeit mit ihrer Lehrer-Kollegin Ines Fallant konzipiert und von Schülern umgesetzt, die so gut ist, dass sie jetzt in der Kleinen Galerie des Winckelmann-Museums ihren Platz hat.