Pandemie

Grund für rasanten Anstieg der Corona-Inzidenz im Landkreis Stendal steht fest

Eine Ferienfreizeit des Deutschen Roten Kreuzes hat zum rasanten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis geführt. Mehrere Jugendliche und Betreuer infizierten sich mit dem Coronavirus.

Von Antonius Wollmann
Im Landkreis Stendal ist die Corona-Inzidenz innerhalb weniger Tage rasant angestiegen.
Im Landkreis Stendal ist die Corona-Inzidenz innerhalb weniger Tage rasant angestiegen. Grafik: prePress Media Mitteldeutschland GmbH, Foto: dpa

Stendal - Für den sprunghaften Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stendal ist vor allem eine Kinder- und Jugendfreizeit des Kreisverbandes Östliche Altmark des Deutschen Roten Kreuzes in den Niederlanden verantwortlich. Entsprechende Informationen der Volksstimme bestätigte die Pressestelle der Kreisverwaltung am Montag.

Ursprünglich wollte sich die Gruppe vom 22. Juli bis zum 2. August in dem Urlaubsort Heino in der Provinz Overijssel aufhalten. Doch klagten einige Teilnehmer nach wenigen Tagen über Symptome, die auf das Coronavirus hinwiesen.

DRK bricht Niederlande-Reise ab

Vor Ort veranlasste Tests brachten dann die Gewissheit, dass sich mehrere der Getesteten infiziert hatten. Bei wem sie sich angesteckt hatten, ließ sich nicht mehr nachverfolgen. Das DRK brach die Reise daraufhin vorzeitig am 31. Juli ab.

„Vor der Rückreise wurden alle 61 Teilnehmer und zwei Betreuer einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Daraus resultierten 5 positive Fälle. Diese fünf Personen wurden sofort separiert und traten in einem gesonderten Kleinbus die Rückreise an“, gibt Edgar Kraul von der Pressestelle des Landkreises Auskunft.

Coronavirus bei Kontaktpersonen nachgewiesen

Seinen Angaben zu Folge steckten sich insgesamt 15 Reiseteilnehmer an. Darunter sind 13 Jugendliche im Alter zwischen elf und 15 Jahren sowie die zwei Betreuer. Danach wurde das Coronavirus außerdem bei sieben Kontaktpersonen dieser Infizierten nachgewiesen.

Vor der Abreise galten die Niederlande nicht als Hochinzidenzgebiet. Aus Sicht des Jugendamtes des Landkreises stand der Reise deshalb nichts im Wege. Der Veranstalter hatte sich zwei Tage vor der Abreise in dieser Hinsicht noch mal vergewissert.

Niederlande gilt als Hochrisikogebiet

Erst während des Urlaubs änderte das Robert-Koch-Institut seine Einschätzung. Vom 27. Juli bis zum vergangenen Sonntag galt das Land als Hochrisikogebiet.

Die 72 Rückkehrer mussten sich deshalb mindestens für fünf Tage in Quarantäne begeben, die erst durch einen negativen Test beendet werden konnte.

Der DRK-Ortsverein wollte sich mit dem Verweis auf den Datenschutz auf Anfrage der Volksstimme nicht zu dem Sachverhalt äußern.