Stendal l Zumindest die Stendaler Pferdebahn ist seit 2018 nicht mehr heimatlos. Nachdem der historische Wagen Nummer 4 der Bahn jahrelang immer wieder mal woanders untergestellt werden musste, ist die offizielle Garage nun im Tangermünder Tor. „Zumindest in der warmen Jahreszeit ist der Wagen dort sehr gut untergebracht“, sagte Peter Krupp bei der Jahreshauptversammlung des Husarenvereins. Der Verein selbst sucht noch nach einem Domizil, um seine zahlreichen Utensilien wie Uniformen und Waffen unterbringen zu können. Der Vorsitzende zeigte sich zufrieden, dass es gelungen sei, die Bahn adäquat unterzubringen, so dass sie für die Bürger stets zu sehen sei.

Vereinsmitglieder an Belastungsgrenze

Aller Sorgen frei, ist der Verein damit aber noch lange nicht. „Im Winter ist es sicherlich nicht der ideale Standort“, sagte Krupp. Diesmal habe man mit dem milden Winter noch Glück gehabt. Es sei nicht möglich, eine Plexiglasscheibe dort einzuziehen, um so das Verwittern des Fahrzeuges zu verhindern. „Da spricht allein der Denkmalschutz schon dagegen“, sagte er.

Problematisch ist auch immer noch der Versicherungsschutz, sagte Krupp in seinem Rechenschaftsbericht. Man sei als Verein gewillt, eine Elementarversicherung abzuschließen, allerdings sei dazu ein Gutachten erforderlich. Nach langem Suchen sei es im August auch gelungen, einen Gutachter zu finden. „Ein Gutachten haben wir aber bis heute nicht“, sagte Krupp.

Unterdessen werde die Pferdebahn aber gut angenommen. Es seien 2018 drei öffentliche Fahrten am 1. Mai, am 3. Oktober sowie am Denkmalstag im September angeboten worden. Dazu kamen acht private Fahrten. „Damit sind wir als kleiner Verein aber auch an unserer Kapazitätsgrenze“, so Krupp.

Mitglieder werden allein schon dadurch gebunden, dass mindestens zwei Begleiter bei den Fahrten in alten Uniformen und Röcken dabei sind. Der Kutscher und das Pferd müssen angemietet werden. Außerdem sollen in absehbarer Zeit noch zwei Glocken angeschafft werden. Somit sind die zahlreichen Fahrten für den Verein ein Nullsummenspiel.

„Wir sind sehr froh, dass der Kartenverkauf für die Fahrten über die Tourist-Info abgewickelt wird“, sagte der Vorsitzende. Auch 2019 sollen wieder an den bisherigen Terminen Fahrten angeboten werden.

Gefecht von Altenzaun

Als weiteren Höhepunkt sieht die Vereinsführung die Beteiligung der Husaren an der Nachstellung des Gefechtes von Altenzaun, das 1806 stattgefunden hatte. Zusammen mit der Gemeinde Hohenberg-Krusemark, dem 3. Linieninfanterieregiment 1813 sowie dem Kulturförderverein „Östliche Altmark“ soll die ganztägige Veranstaltung am Sonnabend, 26. Oktober an historischem Ort erfolgen. Das Publikum soll durch Vorträge, Tänze, militärische Übungen und reiterliche Darbietungen in die Zeit von vor mehr als 200 Jahren zurückversetzt werden. Höhepunkt ab 15 Uhr wird dann eine Gefechtsnachstellung sein. „Das Besondere ist, dass das Gefechtsfeld noch vollständig erhalten ist“, sagte Peter Krupp. Es werden noch Mitwirkende gesucht.

Obwohl der Husarenverein derzeit lediglich elf Mitglieder hat, entwickelt er eine rege Vereinstätigkeit. So seien Mitglieder im vergangenen Jahr bei zahlreichen Veranstaltungen außerhalb der Region gewesen, in Dänemark, Tschechien, Niederlande und auch Belgien.

„Vieles stand unter dem Erinnern an das Ende des Ersten Weltkriegs“, sagte Krupp. Er selbst war mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Flandern unterwegs gewesen, „auf dem Weg des Husarenregimentes“. Auch in Verdun, dem Hauptschauplatz des Weltkrieges seien sie gewesen. „Das geht ganz schön an die Nieren, wenn man all die Gräber sieht“, so Krupp.

Die Husaren möchten sich im Übrigen auch dafür einsetzen, dass das Kriegsgefangenen-Denkmal in Stendal auf dem Friedhof III wieder in Schuss gebracht wird. „Vielleicht bekommen wir sogar eine Förderung“, so Krupp.